Schopfheim „Jahrhundert-Sünde rächt sich jetzt“

Markgräfler Tagblatt, 12.08.2017 00:00 Uhr

Von Werner Müller

„Immerhin ein Etappenerfolg“: SPD-Landtagsabgeordneter Rainer Stickelberger freute sich bei seiner Stippvisite, dass der lang ersehnte neue S-Bahn-Haltepunkt im Schlattholz endlich Gestalt annimmt.

Schopfheim. „Es ging ja sehr lange“, blickte er auf den schleppenden Planungs- und Genehmigungsprozess zurück. Der Landespolitiker bezeichnete den neuen Haltepunkt als ein „Musterbeispiel“ dafür, wie Raum- und Verkehrsplanung ineinander greifen.

Gerade für das Mittelzentrum Schopfheim, das wie das gesamte mittlere Wiesental unter hohem Zuzugsdruck stehe, sei die neue Haltestelle von „großer Bedeutung“. Erschließe sie doch nicht nur das neue Wohngebiet im Schlattholz, sondern sei auch wichtig für die künftige Wohnbauentwicklung.

In diesem Zusammenhang konnte sich Stickelberger aber auch ein paar kritische Töne nicht verkneifen. Bei der Frequenz der S-Bahn-Verbindung gebe es immer noch Defizite, meinte er. „Der Viertelstundentakt zwischen Zell und Lörrach muss kommen“, betonte der SPD-Politiker und rügte im gleichen Atemzug, dass die Bahn vor Jahren Gleise abgebaut habe. „Diese Jahrhundert-Sünde rächt sich jetzt“, so Stickelberger. Denn der für kürzere Taktzeiten notwendige Begegnungsverkehr sei somit nur noch eingeschränkt möglich.

Trotz alledem sei der Bau des Haltepunktes im Schlattholz positiv zu bewerten. Er hoffe, dass die Bahn ihren eigenen Zeitplan einhalten und die Haltestelle zum Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb nehmen könne.

Dass die Stadt für den Bau der Infrastruktureinrichtung 300 000 Euro an Mehrkosten habe schlucken müssen, sei zwar ein Nachteil, meinte der Landtagsabgeordnete. Doch das rechne sich.

Das sah auch Artur Cremans so. Der SPD-Fraktionschef erinnerte daran, dass der neue Haltepunkt nicht nur das Wohngebiet Schlattholz erschließe, sondern auch das Oberfeld und das künftige Quartier auf dem ehemaligen Rietschle-Gelände, wo 170 neue Wohnungen entstehen. Cremans bedankte sich bei Stickelberger, dass dieser sich auch als Landesminister stets für den Bau des Haltepunktes eingesetzt habe.

 
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