Schopfheim „Lampenfieber gehört dazu“

Markgräfler Tagblatt, 02.12.2016 00:00 Uhr

Schopfheim. Premiere für Joachim Wendland: Der neue Dirigent der Stadtmusik schwingt beim Weihnachtskonzert zum ersten Mal den Taktstock. Wie er sich darauf vorbereitet und welchen Stellenwert dieser Abend für ihn selber hat, verriet er in einem Interview mit unserem Redakteur Werner Müller. Herr Wendland, am Samstag stehen Sie zum ersten Mal beim Weihnachtskonzert am Dirigentenpult der Stadtmusik. Hat da sogar ein alter musikalischer Hase wie Sie ein bisschen Lampenfieber" Ha ja, Lampenfieber habe ich immer auf einer großen Bühne und es gehört auch ein bisschen dazu. Ich glaube, man wird dadurch auch etwas aufmerksamer und konzentrierter. Mir hat es bisher noch nie geschadet. Welchen Stellenwert hat das Weihnachtskonzert für Sie persönlich" Es ist das traditionelle Jahreskonzert der Stadtmusik, also der musikalische Höhepunkt unseres Vereinsjahres, so stellt es sich dann natürlich auch für mich dar. Für so einen Anlass beginne ich dann schon etwas früher mit der Stückeauswahl und überlege mir genau, was dem Publikum gefallen könnte und für uns Musiker interessant ist und Spaß macht zu spielen. Bereits früher als aktiver Blasmusiker in der Jugendkapelle unter Rainer Hug und später in der Stadtmusik unter Bernhard Köppel und Max Lehmann war das Weihnachtskonzert für mich immer etwas Besonderes im „Musikerjahr“. An diesem Abend legen Sie den Taktstock der Jugendkapelle nieder. Warum" Weil eine Woche leider nur sieben Tage hat (lacht). Natürlich habe ich sehr viel Freude und auch Motivation, bei der musikalischen Entwicklung von Jungmusikerinnen und -musikern den Takt anzugeben, aber dass die Zeit für zwei Dirigentenposten nicht reichen würde, wurde mir schon bald klar. Tagsüber arbeite ich in meinem Beruf, sodass für Vorbereitung, Proben und Auftritte halt nur die Abende und Wochenenden zur Verfügung stehen – etwas Familie und Freizeit gehört natürlich auch dazu. Außerdem spiele ich immer noch gerne beim Musikverein Wiechs das Waldhorn, wodurch zusätzlich ein Abend belegt ist. Mir wird es jedoch wichtig sein, mit dem zukünftigen Dirigenten der Jugendkapelle, Ingo Ganter, eng zusammenzuarbeiten, um weiterhin qualifizierten Nachwuchs für die Blasmusik zu gewinnen. Das Weihnachtskonzert ist ja Tradition bei der Stadtmusik. Wird’s wie immer oder wollen Sie die bekannten Pfade verlassen - und, wenn ja: wie weit" Der Ablauf dieses Weihnachtskonzertes bleibt wie bisher: Jugendkapelle - Stadtmusik - Weihnachtspotpourri, da wollte ich in meinem ersten Jahr nichts ändern. Vor dem Weihnachtspotpourri gibt es allerdings einen etwas afro-karibischen Weihnachtshit, weil dieser besser zu den vorhergehenden Musikstücken der Stadtmusik passt (schmunzelt). Ob der Ablauf der zukünftigen Konzerte so bleiben wird, kann ich aber nicht sagen, da höre ich auch gerne auf meine Orchestermitglieder und die Resonanz aus dem Publikum. Wie haben Sie und die beiden Orchester sich auf den Auftritt vorbereitet" Sowohl die Jugendkapelle als auch die Stadtmusik haben jeweils ein Probenwochenende hinter sich, bei dem sie in Register- und Gesamtproben von Freitagabend bis Sonntagmorgen den letzten Schliff erhielten, heim ging’s nur zum Schlafen. Bei diesen Wochenenden wurde ich dankenswerterweise durch die beiden Aktivmusiker und Dirigenten Andreas Maeder und Bruder Jörg unterstützt. Ich persönlich habe mir die Partituren der „ wichtigsten Stücke inklusive Audio-Demos aufs Handy geladen, so hatte ich in meiner Freizeit auch an abgelegenen Orten Zugriff auf das Material. Auf was können sich die Besucher denn besonders freuen" Ein Hammerstück ist sicherlich die viersätzige Suite „Mexican Pictures“ des Schweizer Komponisten Franco Cesarini. Hier klingen ganz eigenwillige Melodien und Rhythmen, die sich interessanterweise bei mir und den Musikern doch als Ohrwürmer entwickelten. Interessant wird sicherlich auch das vom Schopfheimer Markus Götz komponierte Werk „Adebars Reise“, in dem er den Flug der Störche über verschiedene Stationen vertont. Ich hoffe und wünsche es uns als Jugendkapelle und als Stadtmusik, dass es am Samstag für alle Mitwirkenden und Besucher insgesamt ein gelungener Abend sein wird.