Schopfheim Zugaben für das dynamische Spiel

Markgräfler Tagblatt, 01.03.2016 00:00 Uhr

Das vor 86 Jahren gegründete Harmonika-Orchester Schopfheim (HOS) erfreute seine Musikfreunde im Musiksaal der Freien Waldorfschule Schopfheim mit einem auf höchstem Niveau stehenden Jahreskonzert. Im Gegensatz zur Stadthalle besitzt dieser Musiksaal in der Freien Waldorfschule durch die gewölbte Decke und die größere Bühne eine wesentlich bessere Akustik. Schopfheim (gd). Der Harmonika-Nachwuchs unter der Leitung von Frank Rabis eröffnete das Jahreskonzert mit „Nirgendwo daheim“ von Laurin Vollmann. Ergänzend zu den Harmonika-Vorträgen, überraschte der junge Pianist Alexander Preuß, der erst seit 14 Monaten beim HOS Klavierstunden hat, mit einer makellosen Interpretation des C-Dur-Präludiums von J. S. Bach auf dem Konzertflügel. Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Klaus Strauß übernahm Herbert Henkel die bestens vorbereitete Moderation des gesamten Konzerts. Zur Freude aller Eltern durfte die Akkordeon-Jugend zusammen mit dem Aktiv-Orchester unter der Leitung von Monika Müller eine Reihe von Rock- und Gospel-Melodien, darunter „Oh happy day“, „Michael, row the boat ashore“, „Amen“ und „Hail, holy queen“, in exakter Rhythmik und schön abgestufter Dynamik aufführen. Die Oldies, auch „Feierabend-Musikanten“ genannt, zelebrierten unter der beherzten Leitung von Bettina Knittel mit „Shenandoah“, „Dreams of Ireland“ und „Der wilde, wilde Westen“ einige Zugnummern, die bewiesen, wie variabel und anpassungsfähig die „Oldies“ auch für Stücke aus Amerika, Irland und aus dem Country-Bereich sind. Den absoluten Höhepunkt des Jahreskonzerts bildete der zweite Teil des Abends, als das Aktiv-Orchester unter der subtilen Leitung von Monika Müller eine abwechslungsreiche Fülle an Kompositionen aus der Welt der Oper, der irischen Klangwelt, von James-Last-Bearbeitungen bis hin zu Trini Lopez aufführte. Man spürte bei allen Stücken, dass die Musizierenden 23 Jahre von der ehemaligen Dirigentin Brigitte Weiß intensiv geschult worden sind, worauf die Nachfolgerin Monika Müller aufbauen konnte. Schon beim „Postiglione d`Amore“ von Alfred Bösendorf, der eine Rossini-Ouvertüre verwendet hatte, und bei dem Vorspiel zu „La Traviata“ von Giuseppe Verdi war man beglückt zu erleben, wie behutsam Monika Müller die dynamischen Unterschiede herausgearbeitet hat. Aber nicht nur das: Auch die rhythmische Präzision stand mit obenan. Unter den Konzertbesuchern weilte auch der Komponist des nächsten Stückes, „Irish Castle“: der Schopfheimer Musiker Markus Götz. Diese Rhapsodie über eine Schlacht um eine irische Burg verlangte von den Harmonikern - einmal wegen der Tempi, ein andermal wegen der Dynamik und schließlich wegen der klanglichen Perfektion - das Letzte an instrumentalem Können. Da wirkte „Happy Music“ von James Last quasi als Erholung, bevor „Gabriella´s Song“ beruhigte. Zum Schluss konnten die Harmoniker noch einmal gewaltig aufdrehen mit den Nummern „La Bamba“, „If I had a hammer“ und „Quando calienta el Sol“ aus der Feder von Trini Lopez. Natürlich war der Applaus so heftig, dass gleich zwei Zugaben gern gewährt wurden. Schließlich bedankte sich Klaus Strauß beim Moderator Herbert Henkel, den auswärtigen Musikern, bei den Noten- und Tombola-Spendern und Sponsoren, VR-Bank und Apotheke am Markt, sowie bei Frank Rabis, Bettina Knittel und besonders bei Monika Müller mit Präsenten.

 
 

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