Was bringt die „Kanderner Brezel“, Schliengen und die Steinener CDU zusammen? Es ist die Wirtschaft, mit der sich die CDU Steinen neuerdings wieder intensiv beschäftigt.

Steinen. Die Gemeinderatsfraktion und der Ortsverein sehen das „Steinener Gespräch“ vom 2. Oktober (wir berichteten), bei dem auch CDU-Bundestagsabgeordneter Armin Schuster anwesend war, als einen großen Erfolg in ihren Bemühungen zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung Steinens, heißt es in einer Pressemitteilung.

Sowohl die Partei als auch die Gemeinderatsfraktion ließen wissen, dass sie sich noch intensiver mit dieser Thematik befassen wollen und organisierten aus diesem Grund eine Betriebsbesichtigung bei einem Betrieb im Markgräfler Land, welcher in seiner über 100-jährigen Unternehmensgeschichte einen beträchtlichen Wandel durchlebte: Mayka in Schliengen. 1988 wurde mit der Bio-Brezel aus einem einstigen Zulieferer von Knabbergebäck für eine große Discounterkette der erfolgreiche und marktführende Hersteller eines qualitativ hochwertigen Sortiments von Bio-Knabbergebäck. Hierbei werde allergrößter Wert auf die Qualität der eingesetzten Rohstoffe gelegt. Davon konnte sich die Steinener Delegation mit ihrem eigenen Gaumen überzeugen: die ofenfrische Kanderner Brezel schmeckte der Besuchergruppe hervorragend.

Mayka-Geschäftsführer Norbert Michel erklärte den Besuchern, wie die Kanderner Brezel nach Schliengen kam: Die alte Produktionsstätte sei nur gepachtet gewesen, daher sollte in Kandern eine neue Fabrik gebaut werden. Dort habe man aber lieber eine Erweiterung des Golfplatzes gewollt. Deshalb sei Mayka nach Schliengen gezogen, um die dort zur Verfügung gestellte Gewerbefläche zu nutzen. So sei das ökologisch ausgeklügelte Fabrikgebäude eben in einer anderen Gemeinde entstanden, die sich jetzt über die Gewerbesteuereinnahmen freuen dürfe.

Aber auch auf die Produktionsbedingungen lege Mayka besonderen Wert: Eine Dachbegrünung verhindere die Erhitzung der Dachfläche, eine große Photovoltaikanlage produziere „grünen“ Strom und das aufgefangene Regenwasser werde in der Toi­lettenspülung weitergenutzt. Ebenso werde auf das Betriebsklima geachtet. Der Mensch stehe im Vordergrund.

Als Steinener CDU-Parteivize erläuterte Wolfgang Deschler, wie wichtig für politische Akteure solche anschaulichen Beispiele unternehmerischen Handelns seien. Steinen müsse immer noch Probleme bewältigen, die aus der Zeit stammten, als die Gemeinde noch ein Standort von monostrukturierten großen Textilunternehmen gewesen sei. Dabei nahm er Bezug auf das Quelle-Areal, das in ein Wohngebiet umgewandelt werde, in dem auch das sogenannte „stille Gewerbe“ Einzug halten solle. Wirtschaftliches Wachstum sei der Motor für den Wohlstand einer Gemeinde. Dieses Wachstum müsse jedoch genau analysiert, geplant und auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt werden, wofür sich die CDU auch einsetze. Nur so könne der dafür benötigte Flächenbedarf nachhaltig genutzt und damit die Attraktivität Steinens als Wirtschaftsstandort und Wohngemeinde erhalten und ausgebaut werden.

Mit einem kleinen Präsent dankte er anschließend dem Geschäftsführer für die anschauliche Betriebsführung. Zum Abschluss kehrte die Delegation gemeinsam in ein Gasthaus ein.