Von Daniela Buch

Erneut hat die Stiftung der Sparkasse zur Förderung der Jugend mit der Aktion „Fun & Risk im Netz“ einen Fachvortrag über die Risiken im Internet ermöglicht. Gestern Vormittag durften die fünften und sechsten Klassen der Markgrafenschule, der Realschule und des Kant-Gymnasiums an der Veranstaltung im Haus der Volksbildung teilnehmen.

Weil am Rhein. „Internet, Handys und Tablets machen viel Spaß, sind aber auch mit Gefahren verbunden. Wir möchten zeigen, wie man damit umgehen und sich schützen kann“, erklärte Stiftungsmanager Dieter Fehrle. Die Vorträge veranstalte man bereits im dritten Jahr in Folge, doch sei er selbst auch „immer wieder erstaunt, was da alles geht“.

Als bewährter Referent war Erwin Markowsky gekommen, IT-Sicherheitsexperte der Firma „8com“ und seit 25 Jahren in der Telekommunikationsbranche tätig. Als „Berufshacker“ überprüft er im Auftrag der jeweiligen Unternehmen bestehende Sicherheitslücken. In seinen Vorträgen versteht er es, die Informationen und Hinweise altersgerecht und unterhaltsam weiterzugeben.

Am Mittwochvormittag wurde deutlich, dass die Jugendlichen beispielsweise ihre Handys ausgiebig und auch schon am frühen Morgen vor dem Unterricht nutzen, längst aber nicht alle mit den ganzen technischen Möglichkeiten der Geräte, Funktionen und Programmen vertraut, zuweilen vielleicht sogar überfordert sind.

Die Tipps des IT-Sicherheitsexperten: Wenn man unterwegs ist, das W-Lan ausschalten, denn das Handy mache dies nicht automatisch, und nicht jeder Hotspot sei vertrauenswürdig. Software-Updates umgehend ausführen, und genügend Speicherraum dafür bereit halten. Wichtig sei, betonte Erwin Markowsky, die Nutzungs- und Geschäftsbedingungen zu überprüfen, zumal bereits jede zweite App Zugriffsrechte auf die Kamera und Kontaktlisten habe. Beim Herunterladen von Videos und Musik sollten selbstverständlich nur legale Quellen genutzt und allgemein auf die Urheberrechte geachtet werden.

Mikrofon anzapfen

Der beliebte Klassiker durfte nicht fehlen: Zwei Lehrer, die mit einem Handy nach draußen geschickt und durch Anzapfen des Mikrofons bei ihrem Gespräch belauscht wurden. Für die Schüler war dieses Beispiel wohl amüsant und doch auch erschreckend, umso mehr, als sie von Erwin Markowsky erfuhren, dass man nicht nur abgehört, sondern über eine aktivierte Kamera auch beobachtet werden kann.

Nächster Schock: Man kann nicht wirklich kontrollieren, wer eine Nachricht schickt, denn auch Handynummern sind manipulierbar. Und über einen manipulierten Computer lassen sich über die Webcam Fotos und Videos aufnehmen. Hierzu riet der Experte, die Webcam mit einem schwarzen Isolierbandstreifen abzukleben.

Auch sprach er das Thema Mobbing an, das es an allen Schulen gebe. „Das beginnt schon, wenn man jemanden aus einer Gruppe ausschließt“, sagte Erwin Markowsky. Den Schülern wurde außerdem nahegelegt, sich darüber bewusst zu sein, dass die virtuelle Identität nicht der wahren Person entsprechen muss, dass sich kriminelle Erwachsene und Triebtäter als Jugendliche ausgeben, um an Foto- und Videomaterial ihrer Gesprächspartner zu kommen, oder schlimmer noch, Treffen zu vereinbaren.

Nach den Vorträgen am Vormittag stand dann am Abend noch ein Vortrag speziell für die Eltern auf dem Programm, an dem Erwin Markowsky unter anderem live demonstrierte, wie schnell ein Trojaner die Schutzmechanismen eines internetfähigen Geräts austricksen kann (wir berichten noch).