Aufgeschlossen, engagiert und gut vorbereitet präsentierte sich eine Gruppe von rund zehn Jugendlichen, die sich oft und gern im Zeller Jugendzentrum (Juz) aufhalten, am Montag beim ersten Jugendforum im Rathaus. Größter Wunsch der Jugendlichen: Mehr Platz und damit mehr Möglichkeiten für die unterschiedlichen Altersgruppen, die ins Juz kommen, um sich zu entfalten.

Zell. Janette Sowa, die seit sechs Jahren die 50-Prozent-Stelle als Jugendreferentin in Zell ausfüllt, bedankte sich bei der Stadt für die „zackige“ Umsetzung der neuen Möglichkeit der Jugendbeteiligung am politischen Geschehen. Die Jugendlichen hatten sich für dieses erste Treffen mit Gemeinderäten und Stadtverwaltung bewusst ein einziges Thema ausgewählt, das ihnen besonders unter den Nägeln brennt: Das begrenzte Platzangebot im Juz.

Platzmangel führt zu „Stress“

Die vor sechs Jahren im Gebäude der Johann-Faller-Schule eingerichteten Räumlichkeiten erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit, was allerdings den belastenden Nebeneffekt hat, dass die Aufnahmekapazität häufig überschritten wird. Immer wieder kommt es zu „Stress“ und auch zu „Streitigkeiten“, weil sich viele junge Leute aus verschiedensten Altersgruppen (von zwölf bis neunzehn) den begrenzten Raum teilen müssen, berichteten die Jugendlichen.

Zwar sei man im Juz „eine große Familie“, wie es ein Jugendlicher ausdrückte, und insbesondere die Älteren würden versuchen, den Jüngeren zu helfen und diese zu unterstützen, dies ändere jedoch nichts daran, dass der starke Andrang und der damit verbundene Geräuschpegel häufig, vor allem auch in den Wintermonaten, wenn es im Freien ungemütlich werde, zu Spannungen unter den Juz-Besuchern führe. „Wir brauchen einfach mehr Räume, damit man sich auch einmal zurückziehen und in Ruhe miteinander reden kann“, legte einer der Jugendlichen dar.

Die bisweilen aufgeheizte Stimmung bestätigte Jugendrefentin Janette Sowa, die von einer „prekären Situation“ sprach. Es sei schwierig bis unmöglich, Einzelgespräche zu führen oder spezielle Aktionen (etwa gemeinsames Kochen) durchzuführen. Sowa: „Ich freue mich natürlich, dass es insgesamt so gut läuft im Juz, aber man merkt schon, dass es Reibungen gibt.“

Gemeinderat will das Anliegen aufnehmen

Die Gemeinderäte freuten sich durch die Bank über die starke Präsenz der Jugendlichen und die offene Darlegung der Problematik, konnten jedoch keine schnelle Abhilfe versprechen.

Thomas Kaiser lobte das positive Bild, das die Jugendlichen vermittelten und versprach, die Raumproblematik auf die Agenda des Gemeinderats zu setzen. Bernd Schneider (CDU) regte an, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die sich konkret mit dem Thema beschäftigen und Lösungsansätze für eine Raumerweiterung machen soll.

Andrea Friedrich (FW) meinte, man habe es offensichtlich mit „positiven Problemen“ zu tun. Allein mehr Raum zur Verfügung zu stellen, bringe allerdings wenig, wenn man nicht mehr Personal habe. Die FW-Fraktionssprecherin schlug vor, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten. Thomas Schmidt und Hubert Sprich (beide CDU) warnten allerdings davor, jetzt „große Schritte“ zu machen.

Bürgermeister Rudolf Rümmele konnte sich dagegen durchaus vorstellen, „dass wir das Angebot umfangreicher machen“. Der Rathauschef signalisierte jedenfalls Bereitschaft, „auf Sicht“ sowohl in räumlicher als auch in personeller Hinsicht aktiv zu werden.

Grundsätzlich werde man miteinander im Gespräch bleiben, kündigte Rümmele an, zumal es neben der Szene im Juz noch viele andere Bereiche und Themen gebe, die mit den Jugendlichen in der Stadt diskutiert werden sollten.

Das öffentlich tagende Jugendforum soll künftig zweimal im Jahr stattfinden.