Aitern Abschied und Neuanfang zugleich

Die Oberbadische
Vorsitzender Christian Kiefer mit dem bisherigen Dirigenten Reinhard Schelshorn und Willi Beckert, der sich nach 70 Jahren Musizieren verabschiedete, sowie Vorsitzende Manuela Schulz und der neue Dirigent Noah Ruoff (von links). Foto: zVg

Die emotionale Verabschiedung von Musiker Willi Beckert stand im Mittelpunkt der Hauptversammlung der Trachtenkapelle Aitern.

Aitern. Nach 70 Jahren hat sich der leidenschaftliche Vereinsmensch dazu entschieden, in den Ruhestand zu wechseln. Bereits seit 1951 war Beckert aktiver Musiker und ab 1957 Dirigent. 1992 übernahm er den Taktstock in Aitern, und das für 15 Jahre mit viel Herzblut und Engagement, wie die Vorsitzende Manuela Schulz betonte. Gleichzeitig war er bis 2012 als Ausbilder tätig.

Ab 2007 blieb er dem Verein dann als großer Trommler, Pauker und an den Becken erhalten. Als Vereinsmensch baute er Brücken zwischen den jungen und älteren Mitgliedern, sorgte für gute Laune und zeigte immer wieder, wie wichtig ihm die Kameradschaft ist. „Deine fröhliche und lustige Art wird uns fehlen“, sagte die Vorsitzende. Schulz überreichte dem 86-Jährigen ein Erinnerungsalbum und ein Präsent. Die offizielle und überaus seltene Ehrung für 70 Jahre Musizieren – auch im Namen des alemannischen Musikverbands – soll in einem feierlichen Rahmen nachgeholt werden.

Einen Neuanfang startete die Trachtenkapelle Aitern vor Kurzem mit ihrem neuen Dirigenten Noah Ruoff. In der Versammlung ging der Dank des Vorstands an Reinhard Schelshorn, der über zehn Jahre Dirigent des Vereins war. 2011 übernahm der Musiker den Taktstock, und das eigentlich „nur übergangsweise“. Er war bereits seit 1992 Vizedirigent und Ausbilder, Jugendleiter, Jugendvertreter und Jugenddirigent. Schelshorn ist bereits seit 1975 im Verein. Er bleibt dem Verein am Bariton erhalten. Eine offizielle Taktstockübergabe von Schelshorn an Ruoff wird zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt.

Rückblick

In seinem Rückblick auf das Corona-Jahr 2020 erinnerte Schelshorn an drei Auftritte und mit 17 Proben an ein Drittel im Vergleich zu gewöhnlichen Vereinsjahren. Im März habe man sich noch auf das Spielen in der Kirche und die Jahresversammlung vorbereitet, so Schriftführerin Selina Becker. „Doch schon einen Tag davor kamen die Corona-Einschränkungen, die das Vereinsleben kurzfristig stilllegten.“ Der Tanz in den Mai fiel aus, das Maispielen war im Ort von überall dort zu hören, wo Musiker wohnen. Auch an der Klopapier-Challenge nahm man teil. Ein Hygienekonzept wurde ausgearbeitet, um ab Ende Juni bei schönem Wetter draußen proben zu können. Ab September verlegte man die Proben in die Belchenhalle, was allerdings nur bis Ende Oktober möglich war. Und auch den Hochzeitspaaren des Vereins konnte nur mit Bannern und Abstand gratuliert werden. Zum Ende des Jahres begann man bereits mit der Dirigentensuche.

Jugend

Jugendleiterin Johanna Asal berichtete von 15 Unterrichtsstunden im Blockflötenkurs und aktuell fünf weiteren interessierten Kindern. Auch der Jahresbericht der beiden Vorsitzenden Manuela Schulz und Christian Kiefer fiel überaus kurz aus. „Es bleibt die Hoffnung, dass man bald wieder ins normale Vereinsleben übergehen kann“, sagten die beiden.

Die Trachtenkapelle Aitern hatte zum Jahresende 2020 48 Aktive, einen Zögling sowie 127 Passivmitglieder. Auch der Förderverein hatte nicht viel zu berichten – bis auf eine großzügige Spende in Höhe von 4000 Euro an den Hauptverein. Aktuell hat der Förderverein 29 Mitglieder und wirbt für weitere.

Wahlen

Kassiererin Petra Faller gab nach 14 Jahren ihr Amt als Kassiererin ab. Einstimmig neu gewählt wurde Marina Schelb. Jugendleiterin Johanna Asal wurde einstimmig wiedergewählt, zur neuen Kassenprüferin wurde Annika Steinebrunner bestimmt. Im Förderverein wurde die zweite Vorsitzende Daniela Matt wiedergewählt.

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