Auggen Der Winzerkeller wird 100

Alexander Anlicker

Der Winzerkeller Auggener Schäf feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Das Jubiläum soll Ende Mai gefeiert werden: mit einem Festakt in der Sonnberghalle sowie an zwei Tagen rund um den offenen Winzerkeller. „Vorausgesetzt, wir dürfen“, sagt Geschäftsführer Thomas Basler mit Blick auf die seit zwei Jahren andauernde Corona-Pandemie.

Von Alexander Anlicker

Auggen. Der 100. Geburtstag der Winzergenossenschaft zählt zu den wichtigsten Ereignissen im Winzerdorf in diesem Jahr. Gefeiert werden soll nicht nur am Festwochenende im Mai, sondern auch während der Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein sowie beim traditionellen Winzerfest im September.

Winzerfest kehrt zur Sonnberghalle zurück

Letzteres soll wieder an den alten Standort – zur Sonnberghalle – zurückkehren, berichtet Basler im Gespräch mit unserer Zeitung und verweist auf Gespräche mit dem neuen Bürgermeister Ulli Waldkirch. „Unser Bürgermeister macht sich stark für das Winzerfest und einen Neustart nach zwei Jahren Corona-Pause“, sagt Basler. Beibehalten werden soll der Termin am Wochenende vor dem traditionellen „Augge Märt“, dem immer am dritten Montag im September stattfindenden Jahrmarkt.

Mit der Rückkehr an den alten Standort sei auch die Idee einer Verlegung des Winzerfests ins Frühjahr vom Tisch, erklärt Basler. Grund hierfür war die Überschneidung des Fests mit der Weinlese, die infolge des Klimawandels früher beginnt.

Fortsetzen will der Winzerkeller das Wein-Forum am Winzerfest-Freitag, bei dem jedes Jahr eine andere Rebsorte und deren Weine vorgestellt wurden.

Winzer präsentieren sich auf Landesgartenschau

Auf die Frage nach weiteren Aktivitäten im Jubiläumsjahr verweist Basler auf die am 22. April beginnende Landesgartenschau. Die Weinwirtschaft mit den Winzergenossenschaften Schliengen-Müllheim, Britzingen, Hügelheim und dem Winzerkeller Auggener Schäf wird sich während der gesamten Gartenschau präsentieren.

Natürlich wird es zum Jubiläum auch eine Sonderabfüllung geben. Ab dem Frühjahr sind ein weißer und roter Jubiläumswein sowie ein Jubiläumssekt erhältlich, ergänzt Basler.

Winzer wehren sich gegen Dumpingpreise

Aus der Sorge um den Weinabsatz gründete sich im Jahr 1922 der örtliche Winzerverein. Jeder Winzer habe damals den Wein im eigenen Keller ausgebaut und selbst vermarktet. Die damaligen Weinhändler hätten die Winzer gegeneinander ausgespielt und die Preise gedrückt, erklärt Winzerkeller-Geschäftsführer Thomas Basler.

Rund 220 Winzer folgten dem Aufruf von Ludwig Muser in die „Krone“ zur Gründung eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses. Heute zählt die am 9. August 1922 gegründete Genossenschaft insgesamt 440 Winzer beziehungsweise Winzerfamilien aus Auggen, Neuenburg am Rhein und Laufen.

Erster Vorstandsvorsitzender war „Kronen“-Wirt Wilhelm Krumm. Außerdem gehörten der Hacher Wirt Friedrich Oswald und der „Bären“-Wirt Hermann Pfunder sowie der damalige Bürgermeister Georg Gugelmeier und Ratsschreiber Ludwig Muser dem Vorstand an.

Anfänglich lieferten die Winzer den selbst gekelterten Most, seit 1928 wurden nur noch Trauben angeliefert. Der Kellerraum wurde im Anwesen Fritz Muser angemietet.

Im Jahr 1952 erfolgte der Spatenstich für die ersten eigenen Kellerräume in der Ortsmitte. Diese hatten Anfangs ein Fassungsvermögen von rund 80 000 Litern. Mit Erweiterungsbauten 1964 und 1970 wurde die Lagerkapazität auf rund zwei Millionen Liter erhöht.

Da es im Dorfkern keine Erweiterungsmöglichkeiten gab, entstand Ende der 1970er Jahre der Plan, ein neues Betriebsgebäude an der B3 zu bauen. Dieses wurde im Mai 1982 bezogen. Im 1986 folgte die erste Fusion mit der Winzergenossenschaft Neuenburg.

In den 1990er Jahren wurden die Auggener Winzer unter Martin Schmidt zu Pionieren im umweltschonenden Weinbau. Kurz nach Jahrtausendwende gab es einen Wechsel im Keller: Auf den langjährigen Kellermeister Reinhard Zöllin folgte Andreas Philipp.

2008 rückte die Marke „Auggener Schäf“ in den Mittelpunkt: Aus der Winzergenossenschaft Auggen wurde der Winzerkeller „Auggener Schäf“.

Im Jahr 2011 freute sich das Winzerdorf über die erste Weinprinzessin aus Auggen: Laura Kiefer wurde Markgräfler Weinprinzessin. Im selben Jahr fusionierte der Winzerkeller mit der Winzergenossenschaft Laufen.

Jüngster Meilenstein war die Erweiterung des Flaschenlagers im Jahr 2017.

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