Auggen Grandioser Abschied von der Schlawinerbühne

Alexander Anlicker

Im Winzerdorf Auggen werden am Wochenende 50 Jahre Buurefasnacht, 50 Jahre Narrenzunft Schlawinergilde, 50 Jahre Schlawinerabend und das Bühnenjubiläum von Gerda Reinecker gefeiert. Sie steht seit 50 Jahren auf der Bühne und nahm stets fair die Missgeschicke der Auggener aufs Korn.

Ein gut fünfstündiges Programm erwartete die Besucher beim Schlawinerabend in der Auggener Sonnberghalle. Gespickt mit Tanz, fetzigen Gesangsauftritten, frechen Büttenreden und jeder Menge Humor ging es Schlag auf Schlag, bis gegen halb zwölf der wandlungsfähige Mike Muser in die Rolle des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann schlüpfte und nach einer geschliffenen Büttenrede die Laudatio auf Gerda Reinecker hielt. Reinecker stand seit dem ersten Zunftabend im Jahr 1974 auf der Bühne. „Keiner hat die Auggener Fasnacht so geprägt wie Du“, wandte er sich an die Jubilarin – die nach diesem Jahr kürzer treten will. „Wem in den vergangen 50 Jahren ein Missgeschick passiert ist, den hast Du aufs Korn genommen: Immer fair und niemals mit Tiefschlägen“, sagte Muser. Die Berichte über das Dorfgeschehen seinen immer die „Highlights“ der Zunftabende gewesen, stellt er fest und erinnerte an ihren ersten legendären Auftritt als „Christel von der Post“. In diese Rolle schlüpfte anschließend Gerda Reineckers Enkelin Amy Golay und nahm ebenso routiniert wie die Oma das Dorfgeschehen aufs Korn. Zuvor sang Ruthild Muser mit dem Schlawinerrat noch ein Ständchen und meinte „Eine Ära geht zu Ende“.

Spielten zu Ehren von Gerda Reinecker: Die Sumpfoniker der „Belchen Bätscher“ aus dem Münstertal. Foto: Alexander Anlicker

Zum Abschluss spielten die befreundeten „Sumpfoniker“ der Belchen-Bätscher aus dem Münstertal–für „FGaGa – Fasnachtsgranate Gerda“ auf, die ebenfalls ihr 50-jähriges Bestehen feiern.

Zurück zum Anfang: In der Bütt zeigte die zehnjährige Marie Fehrenbach, dass es den Schlawinern nicht an talentiertem Nachwuchs mangelt. Politisch wurde der ehemalige Auggener Pfarrer Gernot Schulze-Wegener, der als Protokollchef eigens aus Hessen an seine alte Wirkungsstätte gereist war. Die Ampel mit „FDP-Kampfhaubitze“ Agnes Strack-Zimmermann bekam ebenso ihr Fett weg, wie die Linken. „Der Linkspartei gehts schlecht, ob des Ego-Trips der Wagenknecht“, reimte er. Schulze-Wegener rief dazu auf, für die Demokratie als Staatsform zu kämpfen und warnte vor der AfD: „Diese sind wie Darmbakterien eben, die nur vom Sch... der andern leben.“

Nachwuchs in der Bütt: Die zehnjährige Marie Fehrenbacht feierte ein gelungenes Debüt auf der Schlawinerbühne. Foto: Alexander Anlicker

Bei Elke Musers Auftritt als Reha-Patientin blieb ebenso kein Auge trocken, wie bei der Bauerndemo mit Ruthild Muser sowie Beate und Lou Golay: „Sait de letschde Buur ade, git’s kei Sex im Kornfeld meh.“

Die Reha-Patientin Elke Muser beim Yoga Foto: Alexander Anlicker

Als Glühwürmchen schwebte Bürgermeister Ulli Waldkirch über die Bühne und sparte dabei auch nicht mit närrischen Seitenhieben auf die Nachbarstädte Müllheim und Neuenburg mit dem leersten Parkhaus auf der ganzen Welt.

Bürgermeister Ulli Waldkirch als Glühwürmchen Foto: Alexander Anlicker/Alexander Anlicker

Für Begeisterung sorgten die Gesangsauftritte sowohl des Trios mit Dirk Rappold, Franco Coali und Christoph Duffner als auch der peruanischen Straßenmusiker „Los tres sedientos“ (die drei Durstigen): Jürgen (Hulk) Gugelmeier, Erich Faißt und Tobias Maier ließen es bei ihren Auftritten richtig krachen. Rappold und Co. widmeten unter anderem der Baustelle auf dem Netto-Parkplatz ein Lied. Die drei Durstigen sangen unter anderem „De chasch sage was de witt, z’Eggene git’s de beschte Sprit“.

Die drei Durstigen Foto: Alexander Anlicker

Neben den mitreißenden Gesangsauftritten gab es jede Menge Tanz auf hohem Niveau, sei es beim Gardetanz und dem Showtanz mit der Meerjungfrau Arielle der Mini-Teenie-Garde, dem Garde- und Aprés-Ski-Showtanz der ersten Garde oder dem flotten Hästanz der Schoppeglas-Schlotzer.

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