Auggen Ins Mittelzentrum nur an Schultagen

Die Bushaltestelle am Auggener RathausFoto: Alexander Anlicker Foto: Weiler Zeitung

Nicht nur für die nördlichen Müllheimer Ortsteile stellt der Entwurf des neuen Nahverkehrsplans des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) eine Verschlechterung dar (wir berichteten), auch die südlich vom Mittelzentrum Müllheim liegenden Gemeinden Auggen und Schliengen mit ihren Ortsteilen sind betroffen.

Von Alexander Anlicker

Auggen/Schliengen/Müllheim. In der Sitzung des Auggener Gemeinderats informierte der Bürgermeister die Ratsmitglieder über die Stellungnahme der Gemeinde zum Nahverkehrsplan.

„Der Entwurf vom Nahverkehrsplan ZRF 2021 bedeutet für die Gemeinde Auggen den Entfall der Ringlinie Süd 264“, stellte Fritz Deutschmann fest. Dies bedeute für die Winzergemeinde, dass es künftig in Auggen nur noch einen Schulbusverkehr („Erschließungslinie“) geben werde und keinen regulären Linienverkehr mehr mit dem Bus.

Das Angebot reduziert sich damit auf nur noch sechs bis acht Fahrtenpaare nur an Schultagen zwischen 6 und 8 Uhr sowie zwischen 13 und 17 Uhr. Es fahren keine Busse an Wochenenden, an Feiertagen und in den Schulferien.

Hinzu komme, dass das Land Baden-Württemberg einzelne Halte im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) nicht bestellt habe, was zu weiteren Einschränkungen führe.

„Grundlage für die Lebensqualität der Bevölkerung in unserer Region ist unter anderem eine gute Anbindung im ÖPNV/SPNV mit Bus und Bahn“, betonte Deutschmann mit Blick auf die Gewerbebetriebe und Arbeitsplätze in der Region, aber auch auf das Thema Tourismus.

„Zu Gunsten unserer Umwelt und dem Erhalt unserer einzigartigen Naturlandschaft muss der Individualverkehr nachhaltig reduziert werden. Wir sehen die Landesregierung in der Verantwortung, diesen Fehlentwicklungen entgegenzusteuern und bitten zum Erhalt der bisherigen Anbindung im ÖPNV um politische Unterstützung“, schreibt Deutschmann.

Schliengen wird abgehängt

Obwohl durch den Wegfall der Ringlinie Süd auch die Gemeinde Schliengen betroffen ist, wird sie – im Nachbarlandkreis liegend – nicht direkt angehört. Schliengens Bürgermeister Christian Renkert ist froh, dass es die Schulbusverkehre zu den weiterführenden Schulen in Müllheim und Neuenburg auch künftig geben wird. „Ansonsten sind wir abgehängt“, bedauert er. Wer mit dem ÖPNV beispielsweise von Liel nach Müllheim wolle, müsse künftig mit dem Bus von Liel zum Bahnhof Schliengen, von dort mit dem Zug nach Müllheim und vom Bahnhof Müllheim in die Stadt wieder mit dem Bus fahren. Zweimal umsteigen auf einer Strecke von nur wenigen Kilometern sei nicht attraktiv, so sein Fazit.

Er sei im Austausch mit seinen Kollegen im Bürgermeistersprengel Markgräflerland, berichtete Renkert. Kommende Woche werde er auch ein Gespräch zu diesem Thema im Lörracher Landratsamt führen, gibt dieses doch eine Stellungnahme zum Nahverkehrsplan des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald ab. Außerdem werde sich der Schliengener Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am 18. Februar mit dem Thema befassen.

Am Mittwoch hat auch der Markgräfler Bürgermeistersprengel in einem offenen Brief Stellung bezogen und ein Verschlechterungsverbot gefordert (siehe gesonderten Bericht).

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