Auggen Jede Menge Spaß und Unterhaltung

Weiler Zeitung

Von Alexander Anlicker

Richtig rund lief es beim 44. Zunftabend der Auggener Schlawinergilde, auch wenn die Buurefasnacht im Winzerdorf unter dem Motto „Wie soll’s denn rund laufe, wenn alli mol ä Ecke ab hän“ steht.

Auggen. Egal, ob närrischer Nachwuchs hoch zu (Holz-)Ross, schwerhöriger Schutzengel, durchlauchtes Prinzenpaar oder Gendarm, das vierstündige Programm in der ausverkauften Sonnberghalle bot jede Menge Spaß und Unterhaltung.

Reinstes Augenfutter waren die Auftritte der Schlawinergarde von den Jüngsten der Mini-/Teeny-Garde – mit 28 talentierten Tänzerinnen – bis hin zu den Großen der ersten Garde. Der enorme Trainingsfleiß wurde von den Zuschauern mit viel Beifall belohnt.

Fesche Gardetänze mit akrobatischen Elementen und fetzige Showtänze zu den Themen Fußball (Mini-/Teeny-Garde) oder dem Kultfilm „Grease“ (erste Garde) bereicherten das bunte Programm, und auch die Schlawinerfrauen wussten als flotte „Schwarzwaldmädels“ mit ihrem Tanz zu begeistern.

Als Till Eulenspiegel widmete sich Ex-Bürgermeister Albert Gamb beim närrischen Prolog der Politik. Mit der Buurefasnacht sei die närrische Zeit noch lange nicht vorbei, meinte Gamb angesichts des bis September dauernden Bundestagswahlkampfes. „Zur Huldigung der Nazizeit ist mancher Blödmann schon bereit“, zog Eulenspiegel klar Position –­und mahnte: „Fangt an, seid Vorbild euern Kindern, helft mit, das Schlimmste zu verhindern.“ Neben Schelte für Schulz, Merkel, Seehofer, Trump, Le Pen und Erdogan nahm er auch die Kommunalpolitik ins Visier: „Die zwei nicht gebauten Hochhäuser erscheinen jetzt als liegendes Mehrgenerationenhaus.“

In die närrischen Fußstapfen ihrer Oma Gerda Rein-ecker traten in der Bütt Lou Ann Golay – hoch zu Ross auf dem Holzpferd Foxi – und Amy Golay, die von den Sorgen und Nöten eines Teenagers berichtete. Frech und spritzig begeisterten beide das Publikum mit den auswendig gelernten Versen aus der Feder der Oma.

Das Schlawiner-Urgestein Gerda Reinecker feierte ein närrisches Jubiläum – sie steht zum 44. Mal auf der Schlawinerbühne – und zeigte sich einmal mehr als aufmerksame Beobachterin des Dorfgeschehens. Die neuen Rathausmitarbeiter aus Neuenburg deutete sie schon als Schusters Machtübernahme: „Der Schuster weiß ganz genau, unser Rebberg fehlt ihm zur Gartenschau.“ Doch zum Glück gibt’s noch die Bahn, meinte sie angesichts der drohenden meterhohen Lärmschutzwände.

Aus der Sicht des Publikums kommentierten Manuel Muser und Sebastian Falk das Geschehen auf der Bühne. Laut schmetterte Elke Muser als schwerhöriger Engel bei der Schutzengel-Prüfung „Philadelphia“ statt „Halleluja“ ins Mikrofon und begeisterte die Zuschauer mit einem urkomischen Auftritt.

Tränen gelacht wurde beim Auftritt des Prinzenpaares Elfie und Zwölfie (Beate Golay und Ruthild Muser), die das Beizensterben im Dorf kommentierten und das Publikum gleich beruhigten: „Brauchst dir nicht die Haare raufen, in Auggen gibt’s noch g’nug zum Saufen“.

Als Sprachtalent entpuppte sich einmal mehr Mike Muser als französischer Gendarm, der die Auggener Vorbereitungen für die Jumelage-Feier mit Châteauneuf-du-Pape unter die Lupe nahm und eine Weinprobe im Winzerkeller bemängelte, wo es „Sauf ihn jung“ statt „Sauvignon“ heißt.

Auch musikalisch lief es rund: Die Schlawiner-Gugge Öxxle-Fetzer heizte den Besuchern kräftig ein. Für Stimmung im Saal sorgten die Rebchnurre Jürgen Gugelmeier, Erich Faißt, Tobias Meier und Matthias Stark, die als Glockenspiel-Figuren im Rathaus erwachten.

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