Auggen „Make Auggen great again“

Weiler Zeitung, 18.02.2018 21:16 Uhr

Während andernorts die Fasnacht am Aschermittwoch zu Grabe getragen wurde, ließ es die Auggener Schlawinergilde zur Buurefasnacht nochmal richtig krachen. Der Schlawinerabend in der Sonnberghalle bot mehr als vier Stunden lang närrische Unterhaltung auf hohem Niveau: Tolle Tanzauftritte der erstklassigen Garde, freche und gepfefferte Büttenreden und jede Menge Spaß und närrischen Frohsinn.

Von Alexander Anlicker

Auggen. „Wenn zueviel Lüt dien überlege – sin bschtimmt vu 10 no 12 drgege“: Das diesjährige Motto stand im Mittelpunkt des närrischen Prologs von Till Eulenspiegel (Albert Gamb). In einem sehr politischen Auftritt nahm Gamb gekonnt das politische Geschehen ins Visier. Angefangen bei der Bundestagswahl: „AfD, oje oje und auch obszön, auf dem dritten Platz ist auch nicht schön“, fragte sich Eulenspiegel, „wer hat die braunen Dumpfbacken bloß gewählt?“ über die Jamaika- („Man winkte freundlich vom Balkon, und kurz vor Mitternacht platzt der Ballon“) bis hin zu den Groko-Verhandlungen.

Närrische Seitenhiebe nach Müllheim und Schliengen

Auch die Nachbarstadt Müllheim bekam ordentlich ihr Fett weg: „Berufsschule bald halbiert, nach Weil die Sparkasse expandiert. Bad Krozinge große Kreisstadt wird, und in Neuenburg die LGS wird ganz locker finanziert. Besser kann man es nicht beschreiben, Müllheim muss auf der Strecke bleiben.“

Den Blick nach Süden richtete der Hacher Maulwurf im Schliengener Exil, Patrick Gaess. Sein närrischer Rundumschlag sparte auch die Probleme der WG, die Kommandantensuche der Feuerwehr oder die falsch betankte Tankstelle nicht aus.

Junge Talente gekonnt und frech in der Bütt

Von den Problemen einer Konfirmandin berichtete Amy Golay bei ihrem köstlichen Auftritt in der Bütt: „Jede Sundig in Chilche go, nur s’Handy derf nit mit.“ Die 14-Jährige stand schon mit drei Jahren das erste Mal auf der Schlawinerbühne.

Seit fast einem halben Jahrhundert aktiv

Genauso gekonnt und frech war der Auftritt ihrer jüngeren Schwester Lou-Ann als Häuptling „Schwarze Feder“: „Der Häuptling lächelndes Gesicht, versteht die Stammesältesten nicht“, kommentierte sie das Geschehen im Gemeinderat. Geschrieben hat die Büttenreden der beiden deren Oma Gerda Reinecker, die selbst schon seit 45 Jahren einer der Aktivposten der Auggener Buurefasnacht ist. Sie gab in der Bütt einmal mehr das Dorfgeschehen zum Besten und hatte das geschnitzte hölzerne Ortsschild des Auggener Weilers Zizingen mitgebracht, das im vergangenen Jahr durch ein Tempo-30- und ein gelbes Ortsschild (wie überall) ersetzt wurde und, ginge es nach den Gemeindearbeitern, in Rauch aufgehen sollte.

Als erster von Russland gewählter Präsident der USA glänzte Mike Muser als Donald Trump in der Bütt. „Teert endlich diesen Weg“, rief Muser mit Blick auf den seit Jahren immer noch nicht fertiggestellten Mittleren Weg. „Wenn der Weg geteert ist, bauen wir eine Mauer and the Müllheimer must pay for it“, legte er nach.

Aber nicht nur in der Bütt ging es dieses Jahr rund: Comedy vom Feinsten boten die sich auf dem Sofa rumlümmelnden und Schnaps trinkenden Beate Golay und Ruthild Muser beim Quiz „Wer wird Milliardär“. Für gute Laune sorgten die singenden Amigos Jürgen „Hulk“ Gugelmeier und Tobias Meier.

Comedy vom Feinsten und tolle Tänze

Sehenswert waren einmal mehr die Tanzauftritte, nicht nur die Mini-/Teenie-Garde und die erste Garde begeisterten mit sportlich-flotten Gardetänzen und Showtänzen als „Indianer“ (Mini-/Teenie-Garde) oder zum Motto „Wir haben Spaß“ (erste Garde). Für Stimmung sorgten auch die Schoppeglasschlotzer mit ihrem Hästanz und die Schlawinerfrauen mit ihrem Tanz zur Musik aus dem Film „Blues Brothers“.