Bad Bellingen Das nächste Lichterfest ist besonders

Alexander Anlicker
Ziel des Ortsmarketings sie die Attraktivität von Bad Bellingen als Wohnort, Wirtschaftsstandort und touristische Destination zu steigern, sagt Anke Buller. Foto: Jutta Schütz

Interview: Seit etwas mehr als einem Monat ist Anke Buller für Ortsmarketing, Tourismus und Veranstaltungen in Bad Bellingen verantwortlich. Sie hat die Verantwortung für die Tourismuswerbung in einer Übergangsphase übernommen.

Ihre Stelle ist nicht bei der Bade- und Kurverwaltung (BuK) angesiedelt, sondern beim Hauptamt der Gemeinde. Die BuK kümmert sich künftig nur noch um den Betrieb der Balinea-Thermen und gesundheitsorientierte Angebote. Anke Buller hat sich mit unserer Zeitung über die Herausforderungen in Ortsmarketing und Tourismus unterhalten.

Sie waren zuletzt im Bereich Marketing bei der Schwarzwald Tourismus Gesellschaft (STG) tätig und haben für die gesamte Region geworben, was hat Sie nach Bad Bellingen geführt?

Mehrere Gründe haben mich nach Bad Bellingen geführt. Die Stelle hat mich interessiert, da sie für mich eine neue Herausforderung ist, und ich habe das Glück, weiterhin im Schwarzwald arbeiten zu dürfen. Außerdem wohne ich im Markgräflerland, daher finde ich die Region sehr schön. Bad Bellingen liegt mir besonders am Herzen, da ich hier meine ersten Erfahrungen im Tourismus gesammelt habe – vor einigen Jahren habe ich für kurze Zeit auf dem Campingplatz Lug ins Land gearbeitet. Zusätzlich bin ich seit mehreren Jahren „Stammgast“ in der Therme und im Kurpark.

Vor Corona gab es in der Bade- und Kurverwaltung noch ein fünfköpfiges Marketing-Team. Jetzt müssen Sie das Ortsmarketing und die Tourismuswerbung unter dem Dach der Gemeinde mit dem Team der Tourist-Information alleine stemmen. Ist das angesichts der hohen Erwartungen überhaupt machbar?

Jetzt sind wir ein kleines Team und befinden uns in einer Übergangsphase. Derzeit bewerten wir die durchzuführenden Projekte und Aufgaben und überlegen, wie die Aufgaben verteilt werden können. Falls nötig, sind wir bereit, das Team zu verstärken, aber die Zeit wird es zeigen. Was die hohen Erwartungen angeht, so ist es unser Wunsch und Ziel, diese zu erreichen, aber das wird sicher eine gewisse Zeit brauchen.

Was ist die größte Herausforderung?

Die Hauptaufgabe wird sein, die Ziele zu erreichen, die wir uns gesetzt haben, und weiterhin gemeinsam als Team zu arbeiten. Aber ich bin mir sicher, dass wir dies erreichen werden, wenn alle Beteiligten eng zusammenarbeiten.

Im Sommer 2020 startete eine interkommunale Tourismuskooperation unter dem Dach der Bade- und Kurverwaltung Bad Bellingen. Einige Gemeinden sind bereits wieder ausgestiegen. Wie geht es da weiter, oder ist das Projekt tot?

Nein, ich würde sagen, sie befindet sich auch in einer Übergangsphase. Es ist kein Geheimnis, dass die Kooperation ein Budget braucht, um zu bestehen, und dass die Budgets überall gekürzt werden. Mehrere Gemeinden und Orte wollen weiterhin zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Wir prüfen derzeit, wie wir dies am besten erreichen und wie wir alle davon profitieren können. Sobald gemeinsam mit den teilnehmenden Gemeinden und Orten festgelegt ist, wie das genau ablaufen soll, werden wir natürlich darüber informieren.

Einige Bürger in Bad Bellingen fragen sich, wie es mit dem beliebten Lichterfest weitergeht. Werden Sie das Lichterfest mit ihrem Team organisieren?

Das Lichterfest findet weiterhin statt und wird von meinem Team organisiert. Nächstes Jahr ist etwas Besonderes, denn es wird das 50. Lichterfest, und wir hoffen, dass es wie in den vergangenen Jahren eine sehr schöne und familienfreundliche Veranstaltung wird.

Sie bringen durch ihre Tätigkeit bei der STG einiges an Erfahrung im Bereich Tourismus-Marketing mit, welche Ideen für die Bädergemeinde haben Sie im Gepäck?

Es gibt mehrere Ideen und Pläne, aber zunächst muss ich die Bedürfnisse vor Ort kennen und verstehen. Von dort aus können wir festlegen, wie der entsprechende Plan umgesetzt werden soll.

Tourismus-Marketing funktioniert nur im Zusammenspiel aller Beteiligten. Wie wurden Sie von den Hoteliers und Gastronomen aufgenommen?

Leider habe ich noch nicht alle von ihnen treffen und kennen lernen können. Ich hoffe jedoch, dass ich dies bald einrichten kann, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Was ich allerdings sagen kann, ist, dass die Leute, mit denen ich bisher zu tun hatte, sehr freundlich und hilfsbereit waren.

Welche Rolle wird die Balinea-Therme künftig in der Tourismuswerbung spielen?

Balinea-Therme und Tourismus gehören zusammen. Wir werden ständig miteinander arbeiten, da wir uns gegenseitig brauchen und ein Team sind.

Ortsmarketing ist mehr als nur Tourismuswerbung, wie würden Sie den Begriff Ortsmarketing definieren und welche Akzente wollen Sie setzen?

Ziel des Ortsmarketings sollte es meiner Meinung nach sein, die Attraktivität des Ortes als Wohnort, als Wirtschaftsstandort und natürlich als touristische Destination zu steigern.

Anke Buller Foto: zVg/Gemeinde Bad Bellingen

Anke Buller

Die 45-jährige Betriebswirtin ist in Mexiko Stadt aufgewachsen. Sie hat Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Marketing studiert.

Buller verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Marketing in den Bereichen Veranstaltungsorganisation, PR, Kommunikation, Pressebetreuung und Werbeplanung. Zuletzt war sie bei der Schwarzwald Tourismus Gesellschaft tätig.

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