Bad Bellingen Eine Leitlinie für die Zukunft

So könnte der Kurpark in Zukunft aussehen. Grafik: zVg/faktorgruen Foto: Weiler Zeitung

Das Konzept für eine kleine Gartenschau begeisterte rund 30 Bürger sowie Gemeinderäte, die zur Vorstellung der Pläne ins Kurhaus gekommen waren. Das Planungsbüro „faktorgruen“ Landschaftsarchitekten aus Freiburg hat eine schlüssige Machbarkeitsstudie nicht nur für eine kleine Gartenschau, sondern für einen wesentlich attraktiveren Kurpark erarbeitet.

Von Jutta Schütz

Bad Bellingen . Martin Schedlbauer und Danilo Meixner vom Planungsbüro faktorgruen stellten am Bürgerinformationsabend das Konzept für eine kleine Gartenschau vor. Das Motto der Konzeptstudie lautet dabei „Landschaften verbinden – Grenzen überwinden – Wasser erleben“.

Die mit der Ausrichtung einer kleinen Gartenschau verbundene Förderung „würde erstmals die Möglichkeit bieten, größere zusammenhängende Freiflächen, aber auch bebaute Areale, die bisher isoliert voneinander betrachtet wurden, zu verbinden und neu zu gestalten“, erläuterten Bürgermeister Carsten Vogelpohl und Schedlbauer.

Wege attraktiver machen

Der Zuschuss für eine „Kleine Gartenschau“ kann bis zu zwei Millionen Euro betragen. „Das sind fünfzig Prozent, bei einem Zuschlag müssen wir die anderen fünfzig Prozent ansparen“ beantwortete Vogelpohl die Frage eines Bürgers. Ein Teil weiterer Maßnahmen werde sicher wieder durch andere „Töpfe“ gefördert werden können, „insgesamt sprechen wir von mindestens 5,5 Millionen Euro an Investitionen“, fuhr der Bürgermeister fort. Sollte aber ein Großteil der Planungen umgesetzt werden, dann könnte Bad Bellingen künftig mit einem sehr attraktiven Ortsbild und Kurgebiet bei Bürgern und im Tourismus punkten. „Das wird sich langfristig bei der Außenwirkung auszahlen“, war Schedlbauer sicher.

Das Planungsbüro hat einen genauen Blick darauf geworfen, wie sich der Kurpark aktuell darstellt: „Es gibt bisher viel zu wenige Freiflächen, die einen Parkcharakter haben“, so Schedlbauer. „Wasserlandschaften sind im Anschluss an den Kurteich unterhalb der Hangkante auf rund 1000 bis 1500 Quadratmetern angedacht, die Wege zum Flanieren müssen attraktiver werden“, beschrieb Schedlbauer die Planungen. Im Bereich des Rosengartens sollen für die Zeit der Gartenschau besondere Beete angelegt werden.

Rundwege, auch für Fahrräder, die die Ortsteile einbinden, sollen entstehen. Ambitioniert wären die Ideen einer Seilfähre auf die Rheininsel und die einer Radbrücke über Kreisstraße und Autobahn zum Rheinpfad. Der Happle-Weg soll als zweite Aufstiegsmöglichkeit zum Dorf verbreitert und abgeflacht werden, eventuell wäre hier eine Aussichtsplattform möglich.

Konzept als Leitlinie

In der Mitte der Hangkante könnte sich mittels einer Treppe eine dritte Verbindung zum alten Dorfkern ergeben. Der wilde Kurparkteil benötigt wegen des Klimawandels zudem einen „Waldumbau“. Die dortige Senke des ehemaligen Rheinverlaufs, die bereits jetzt überschüssiges Hangwasser aufnimmt, könnte zur zweiten Wasserlandschaft werden.

Es sei ein Konzept, das weit in die Zukunft geht, „groß planen kann man dabei immer, kleiner wird man in der Realität von allein“, bemerkte Schedlbauer abschließend. „Das ist das erste Mal ein Plan, der alle Einzelaspekte aufgreift und langfristig eine Leitlinie gibt“, lobte Gemeinderat Wolfgang Müller.

„Am besten sofort anfangen“, zeigte sich Golfplatz- und Hotelbesitzer Heinz Wolters ganz begeistert. Alt-Bürgermeister Eberhard Stotz fragte nach der Konkurrenz bei der Bewerbung um die kleine Gartenschau. „Es sind neun Gemeinden, darunter sind auch kommunale Verbünde, wir sind aber die einzige Gemeinde im südlichen Baden-Württemberg“, antwortete Vogelpohl. Ob und in welchem Jahr des Bewerbungszeitraums Bad Bellingen den Zuschlag bekommt, entscheidet eine Jury nach Sichtung der schriftlichen Bewerbungsunterlagen und einer Bereisung des Ortes voraussichtlich Ende März.

Bad Bellingen . Am Bürgerinformationsabend in Bad Bellingen wurde das neue Konzept für eine kleinere Landesgartenschau vorgestellt. Das Planungsbüro „faktorgruen“ entwickelte ein Konzept, dass nicht nur den Kurpark, sondern auch den Kur- und Thermenbereich sowie die Anbindungen der Kureinrichtungen an den Kernort und an den Rhein involviert.

Ganz wichtig sind den Planern beim Konzept die Wege, die Straßen und damit Sichtachsen, die den Kurpark und den Kurbereich künftig verbinden sollen und die zentral auf die Therme zulaufen sollen. Bis jetzt sind diese Verbindungen nur in Teilen vorhanden oder durch bauliche Elemente unterbrochen. So könnte das alte Kurmittelhaus abgebrochen und durch einen neuen, längs angeordneten Thermenbau ersetzt werden, um eine offene Platzstruktur vor der Therme zu erzielen.

Parkhaus als Lärmschutz Eine Rolle spielt auch die bisherige Zufahrt zur Therme – vor allem die Rewe- und Rossmanngebäude sollten dabei mit Bäumen eingegrünt werden. Die Zufahrt zur Therme soll zum attraktiven verkehrsberuhigten Bereich umgestaltet werden und nur noch für Zulieferverkehr und Behindertentransporte nutzbar sein. „Die bisherigen 274 Parkplätze könnten in ein lang gestrecktes dreigeschossiges Parkhaus mit 500 Plätzen und eigener Zufahrt überführt werden, das Parkhaus würde einen Lärmschutzriegel zur Kreisstraße und zur Autobahn hin bilden“, beschrieb Schedlbauer weiter. Das Parkhaus und das angedachte Hotel an der Therme sind übrigens eigenständig zu finanzieren.

Lesen Sie das ePaper inkl. der Vorabendausgabe ab 19.45 Uhr für nur 49 Euro bis zur Jahresmitte 2020! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Umfrage

1d844b88-2ae2-11ea-9d13-26220538e629.jpg

Das närrische Treiben hat wieder begonnen. Wie stehen Sie zur Fasnacht?

Ergebnis anzeigen
loading