Bad Bellingen Entlastung für den Wohnungsmarkt

Mit der Wohnanlage „Wannenacker“ schafft die Baugenossenschaft Familienheim Markgräflerland im Kernort Bad Bellingen 31 neue Wohnungen. „Das bedeutet eine große Entlastung für den Wohnungsmarkt“, betonte Bundestagsabgeordneter Christoph Hoffmann beim Spatenstich im Baugebiet „Hinterm Hof II“. Als ehemaliger Bürgermeister von Bad Bellingen hat er das Wohnbauprojekt maßgeblich begleitet.

Von Claudia Bötsch

Bad Bellingen. Veranschlagt ist eine Investitionssumme von sechs Millionen Euro. Wenn alles nach Plan läuft, soll das soziale Wohnungsbauprojekt bis Herbst 2019 abgeschlossen sein.

Talblick und barrierefrei

Das Mehrfamilienhaus ist als L-förmiges, unterkellertes Flachdachgebäude mit drei Vollgeschossen und zurückgesetztem Attikageschoss geplant. Die Wohnungszugänge erfolgen über Laubengänge mit Anschluss an einen zentralen Treppenturm einschließlich integriertem Aufzug und peripheren Fluchttreppenhäusern, erläuterten Geschäftsführer Klaus Schulte und Architekt Rainer Gärtner von der Familienheim-Genossenschaft. Damit würden alle Wohnungen barrierefrei erschlossen.

Alle Einheiten verfügten über Talblick, Fußbodenheizung und bodentiefe Duschen. Die Wohn- und Essräume aller Wohnungen seien nach Süden oder Westen ausgerichtet, jede Einheit habe einen Freisitz oder Balkon, hob der Geschäftsführer hervor. Dabei wurde auch auf die vorgesehene Vollverglasung und bodentiefen Fenster verwiesen. „Wir nutzen die topographischen Gegebenheiten“, sagte Schulte. „Wir setzen auf viel Glas und wenig Farbe. Das wird ein großes Gebäude, das eine transparente, schlichte Schönheit haben wird“, ist der Geschäftsführer überzeugt. Das ovale Treppenhaus soll als architektonisches Glanzlicht dienen, machte Architekt Gärtner deutlich.

Im Untergeschoss sind Mieterkeller, Fahrradgarage, Technikräume, Müllraum und Tiefgarage mit 40 Parkplätzen vorgesehen. Alle Dachflächen sind mit extensiver Dachbegrünung oder als Dachterrassen mit Plattenbelag geplant.

Singles und Großfamilien

Die Wohnanlage wird als „Mehrgenerationenwohnhaus“ deklariert. „Wir wollen alters- und sozialgemischtes Wohnen ermöglichen“, machte Schulte deutlich. Dementsprechend ist der Wohnungsmix, der sowohl Singles als auch Großfamilien berücksichtigt: Es gibt 19 Zwei-Zimmer-Wohnungen (63 bis 81 Quadratmeter), vier Drei-Zimmer-Wohnungen (102 bis 156 Quadratmeter), sieben Vier-Zimmer-Wohnungen (121 bis 210 Quadratmeter) und eine Fünf-Zimmer-Wohnung (215 Quadratmeter). Die Gesamtwohnfläche beläuft sich auf rund 3000 Quadratmeter.

Förderprogramm

Der Mietpreis liegt im Durchschnitt bei acht Euro pro Quadratmeter (maximal 8,40 Euro). Besonders ist die Zusammenarbeit der Genossenschaft mit der Erzdiözese Freiburg, die bei den Neubauprojekten einen bestimmten Prozentsatz der Wohnungen über das Förderprogramm „Soziales Wohnen“ unterstützt. Im Fall von Bad Bellingen ist bei 18 der insgesamt 31 Wohnungen eine so genannte Fördermiete von 6,50 bis 6,80 Euro pro Quadratmeter möglich, die einkommensschwächeren Menschen zugute kommt.

„Die Wohnungsnot ist auch in Bad Bellingen spürbar“, meinte Schulte. Wichtig sei, dass von dem Neubau vor allem auch Menschen mit kleinerem und mittlerem Einkommen profitierten.

„Wir haben sehr um den sozialen Wohnungsbau gerungen“, erinnerte Altbürgermeister Hoffmann. Früher sei dieser nur in den Städten Thema gewesen, heute hingegen bestünde in fast jeder Kommune die Notwendigkeit. Im Bad Bellinger Fall ergebe sich der Bedarf vor allem durch Betriebe, die in den vergangenen Jahren angesiedelt haben, und deren Mitarbeiter Wohnraum suchten.

Hoffmann sprach auch die Kritik an, die der Neubau wegen seiner Größe teils hervorgerufen habe. Negative Stimmen gebe es immer, meinte Hoffmann, der von einem „tollen Projekt für die Zukunft“ sprach.

„Wir haben kein Interesse daran, Bausünden zu produzieren“, versicherte in diesem Zusammenhang der Geschäftsführer der Baugenossenschaft. Er freute sich, dass es für das Bad Bellinger Projekt schon jetzt Anfragen gebe.

Unterstützung

Die Gemeinde unterstützt das Projekt der Baugenossenschaft mit rund 230 000 Euro. Zumal die Lage am Hang „zwar schön ist, aber auch einige Schwierigkeiten und damit Mehrkosten mit sich gebracht hat“, wie Schulte meinte.

Bürgermeister Carsten Vogelpohl freute sich, dass „Bad Bellingen weiter wachsen wird“ und erkundigte sich bei Schulte nach möglichen weiteren Projekten im Kurort. Solche Bauprojekte zögen immer weitere Nachfragen nach sich, entgegnete der Geschäftsführer. Dazu komme, dass in Basel enorm investiert werde, wodurch weitere Arbeitsplätze entstünden, die wiederum weiteren Wohnbedarf bedeuteten.

Als Problem bei der Umsetzung von Baugebieten sieht Hoffmann die Bürokratie: „Von der Idee bis dahin, dass der erste Bagger rollt, dauert es mindestens fünf Jahre. Tendenz steigend. Das ist einfach zu lange“, kritisierte der FDP-Bundestagsabgeordnete.

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