Bad Bellingen Erholungsort, Luftreiniger, Wasserspeicher und Holzlieferant

Jutta Schütz
 Foto: Jutta Schütz 

Der Klimastress für den Gemeindewald und Privatwald in Bad Bellingen und Hertingen setzt sich fort. Aber auch der Waldumbau, um den Wald langfristig für ein wärmeres und trockeneres Klima resistenter zu machen, geht voran. Das teilte Försterin Heike Wiegand im Gemeinderat bei der Präsentation des Forstbetriebsplans mit.

Von Jutta Schütz

Bad Bellingen. Trotz des Klimastresses, der sich in einigen Waldteilen, vor allem im wilden Teil des Kurparks entlang des Barfußpfades bemerkbar macht – dort finden sich bei Pappeln, Robinien und Eschen viele abgestorbene Bäume – ist Wiegand zuversichtlich, dass der Wald nachhaltig bewirtschaftet und umgebaut wird. Denn der Wald bleibt wichtig als Erholungsort, Luftreiniger, Wasserspeicher und Holzlieferant. Dort, wo abgeholzt wird, wird wieder aufgeforstet. Wobei die Försterin Wert darauf legt, Baumarten zu pflanzen, die mit den sich verändernden Klimabedingungen besser zurecht kommen.

Zu Neuaufforstungen zählen Ausgleichsmaßnahmen wie für das Baugebiet Hinterm Hof II – hier wurde ein Jungbaumbestand auf einer Fläche am Hellberg gesetzt. Zu den neu zu pflanzenden Bäumen im wilden Kurparkteil zählen Speierling, Roteichen, Walnuss, Zerreiche und Elsbeere.

Erstmals sind für Neuanpflanzungen Einzelschutzmaßnahmen gegen Fraßschäden geplant, die nicht aus Plastik oder Draht, sondern aus hölzernem, verrotbarem Material bestehen, was auch ansprechender aussieht. Aus dem Gemeinderat kam von Thomas Gerspacher der Vorschlag, noch Esskastanien in neu zu pflanzende Bestände aufzunehmen, da Esskastanien ebenfalls an wärmere Klimaregionen angepasst sind. Die Idee nahm Wiegand gerne auf. „Die Kosten der Pflanzmaßnahmen im Kurpark sind durch Ausgleichsmaßnahmen gedeckt“, versicherte Wiegand. Die Planung, Organisation und Betreuung der Maßnahme seien eine kostenfreie Zusatzleistung der Forstverwaltung, erklärte sie.

2500 Euro Gewinn

Die Einnahmen durch den Verkauf von Brennholz mit 18 500 Euro, Nutzholz mit 21 900 Euro und aus der Jagdpacht mit 1600 Euro liegen für 2023 voraussichtlich gesamt bei 50 125 Euro. Die Ausgaben, worunter auch Waldschutz und Bestandspflege mit 12 000 Euro, die Unterhaltung der Wege mit 4000 Euro und die Ernte von Forsterzeugnissen mit einer Summe von 17 000 Euro fallen, addieren sich auf 47 600 Euro. Es bleibt also ein kleiner Gewinn von rund 2500 Euro. Dass sich nun andeutet, dass ein Überschuss erzielt werden kann, freute die Försterin. Sie betonte zudem, dass das schon mit 8800 Euro kalkulierte Defizit für 2022 wohl mit 4300 Euro kleiner ausfällt.

Wiegand bedauerte, dass man am Waldparkplatz in Hertingen noch nicht die versprochene Sitzgruppe habe aufstellen können. „Es ist zu viel Totholz rundherum, das heißt Stämme, die plötzlich umfallen könnten“, berichtete sie. Sie befinde sich im Gespräch mit mehreren Privatwaldbesitzern, um diese zu überzeugen, dass diese den Wald, der an den Parkplatz angrenzt und Waldanteile im Hertinger Wald selbst durchpflegen. „Wir vom Forst haben da aber nur beratende Funktion, zwingen können wir die Privatwaldbesitzer nicht. Aber auch Privatwaldbesitzer haben eine Fürsorgepflicht“, erklärte sie.

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