Einen neuen Anlauf nimmt das St. Josefshaus Herten für das sanierungsbedürftige Marienheim in Bamlach. Vier Architekturbüros wurden dazu eingeladen, Ideen für einen nachhaltig nutzbaren Neubau zu entwickeln. Er soll nicht nur für Menschen mit Behinderung sondern etwa auch für Senioren genutzt werden können. Im Frühjahr 2016 soll über die Wettbewerbsergebnisse entschieden werden. Von Jasmin Soltani Bad Bellingen-Bamlach. Vorgesehen ist der Neubau auf dem 5000 Quadratmeter großen Wiesengrundstück hinter dem jetzigen Betonbau aus dem Jahr 1975 und oberhalb der Behindertenwerkstatt in Bamlach. „Wir haben den Architekten praktisch keine Vorgaben gemacht, weil wir innovative Vorschläge wollen“, sagt Andreas Gräff, beim St. Josefshaus zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Zwei Bedingungen müssen allerdings doch erfüllt werden: der Bau soll komplett barrierefrei sein, und zwingend zu integrieren sind zwei nach der Landesheimbauverordnung gebaute Wohnungen für je acht Menschen mit Behinderung. Freie Hand haben die Architekten hingegen in Punkto Gestaltung und Anzahl der Wohnungen, so dass durchaus auch mehrere Baukörper vorstellbar seien, sagt Gräff. Selbst für die Baukosten gebe es noch keine Obergrenze, gleichwohl arbeite das St. Josefshaus schon länger mit den vier Büros zusammen, „die wissen was wir wollen“. Im Frühjahr sollen die Entwürfe bewertet und dann soll auch entschieden werden. Einen Termin für einen Baubeginn gebe es aber nicht, sagt Gräff. Hintergrund der Neuplanung sind geänderte Vorgaben bei der Förderung. Weil Bamlach im Wohn- und Teilhabeplan des Landkreises Lörrach nicht mehr als Standort von Wohnanlagen für Menschen mit Behinderung angesehen wird, musste das St. Josefshaus andere Nutzungskonzepte – und andere Fördertöpfe – ­für den Neubau suchen, zumal eine Sanierung des Altbaus, aus Kostengründen nicht infrage kam. Andererseits sollten langjährige Bewohner des Marienheims in Bamlach wohnen bleiben können, was sich laut Gräff die Mehrzahl der derzeit 25 Personen bei einer Befragung gewünscht habe. Vom Tisch sind nun jedenfalls die 2013 im Gemeinderat vorgestellten Neubaupläne. Allerdings will das St. Josefshaus weiterhin am Weingut des Marienheims festhalten – auch nach dem Abriss des Altbaus. In welcher Form das Weingut erhalten bleiben kann, steht jedoch noch nicht fest.