Bad Bellingen „Ohne uns gibt’s keine Autos“

Alexander Anlicker
Bei der Führung durch die Werkstätten nutzte Bürgermeister Carsten Vogelpohl die Möglichkeit einzelne Arbeitsschritte auszuprobieren. Foto: Alexander Anlicker

„Frühlingserwachen“ lockt Besucher auf den Campus von Werkstätten und Wohnverbund des St. Josefshauses in Bamlach. Die Werkstatt produziert bis zu 80 000 Teile im Monat für Automobilzulieferer.

Ein kleiner aber feiner Frühlingsmarkt lockte am Freitagnachmittag die Besucher nach Bamlach. Der Wohnverbund Bamlach und die Werkstätten des St. Josefshauses hatten zum Frühlingserwachen eingeladen. „Das hat hier Dorfplatzcharakter“, beschrieb Bad Bellingens Bürgermeister Carsten Vogelpohl den Gemeinschaftsplatz zwischen Werkstätten und Wohnanlage.

An etwa 20 Ständen wurde Selbstgemachtes angeboten: von der Osterdeko über Taschen bis hin zu feinen Leckereien. Auch für Bewirtung war gesorgt, der Bamlacher Kindergarten bot Waffeln an, am Stand der Feuerwehr brutzelten Würste. Margret Brändlin hat mit ihrem Team einmal mehr Kuchen gebacken und verkauft, um damit krebskranke Kinder zu unterstützen. Für Getränke sorgte Familie Rüdlin vom Weingut Marienheim sowie die Baracke Bamlach (Jugendtreff) mit einem Bierbrunnen. Auch die ukrainischen Flüchtlinge aus der benachbarten Gemeinschaftsunterkunft bereichertn das Frühlingsfest mit einem Stand.

„Das wichtigste ist einen Anlass zu schaffen um zusammenzufinden“, sagt Organisatorin und Werkstattleiterin Dorina Huber. Ursprünglich sei es darum gegangen Eigenprodukte der Werkstatt zu verkaufen, erinnerte sie an die Anfänge des Frühlingserwachens vor knapp zehn Jahren. Auch habe es sich durch den Neubau und den zentralen Platz angeboten, etwas zu machen. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause feiert man wieder in größerem Rahmen, freut sie sich über die knapp 20 Stände. Heute liege der Schwerpunkt bei Selbstgemachtem und Kreativen, sagte Huber.

Gut angenommen wurden auch die stündlich angebotenen Führungen durch die Werkstätten, die Menschen mit Behinderung neben Arbeit auch Tagesstruktur bieten.

Etwa 30 Mitarbeiter arbeiten in den Werkstätten, berichtete Matthias Göpf. Hier werden typische Verpackungs- und Montagearbeiten durchgeführt. Diese werden teilweise in bis zu 17 einzelne Arbeitsschritte unterteilt, verdeutlicht Göpf am Beispiel von Planetengetrieben, die für die Firma „Auma“ in Müllheim montiert werden. „Ohne uns gibt’s keine Autos“, verweist Göpf auf die 30-jährige Zusammenarbeit mit dem Automobilzulieferer ARaymond aus Weil am Rhein. Bis zu 80 000 Teile werden monatlich produziert und alles ohne Ausschuss, berichtete Göpf abschließend.

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