Bad Bellingen Rosafarbene Einhörner sind der Renner

Ein Renner auf dem Hertinger Machwerkmarkt waren Postkarten mit nachdenklichen und witzigen Sprüchen auf Alemannisch. Foto: Jutta Schütz Foto: Weiler Zeitung

Bad Bellingen-Hertingen (jut). Nach vielen Tagen mit Regen hatte der Hertinger Machwerkmarkt dieses Jahr Wetterglück. Und so gab es bereits kurz nach Öffnung des Markts an der Hinterdorfstraße eine große Schlange geparkter Autos – auf dem Markt wurde es zur Freude der rund 30 Aussteller voll.

Wer sich mit schon vor Beginn der Weihnachtsmärkte mit Geschenken eindecken wollte, war auf dem Machwerkmarkt richtig. Zu kaufen gab es Mützen, Handschuhe, Schals, Häkeltiere und genähte Kuscheltierchen. Zu finden waren weiterhin schöne Leinenhüllen für Kissen, Wurstwaren, Kekse, Honig, Liköre und Chutneys, Kerzen, Holzanhänger für Weihnachtsbäume, witzige Haustürschilder, Töpferware, Schmuck, , auf Leinwand gezogene Fotos sowie Gemälde von Christian Dinse, der im Hertinger Heim für Behinderte, Haus Engels, lebt.

„Christian malt mit links und holt sich unter anderem Anregungen bei Franz Marc, hat aber auch ganz eigene Ideen – wie die fliegenden Häuser über einer Landschaft, die man hier sieht“, erklärte Ursel Tanner, die für den Künstler um den Kauf der Bilder warb. Die beiden Hirschköpfe, die Dinse gemalt hatte und die an einer Scheunenwand aufgehängt waren, mutierten schnell zu einem beliebten Fotomotiv.

Ein Renner waren zudem Grußkarten mit Sprüchen in alemannischer Mundart. Die Idee dazu hatte Stefanie Tzschätzsch aus Brombach mit dem neuen Label „Design Vo do“. Ihr Bruder Mark Zitzer verkaufte die Karten. „Meine Schwester hat sowohl die Motive für den Hintergrund fotografiert als auch die Sprüche ausgesucht – darunter sind auch ins Alemannische übersetzte Zeilen aus Songtexten“, erklärte er. „Es ist viel persönlicher, vor allem bei einem Trauerfall, wenn man eine Karte mit einem Text in der vertrauten Mundart verschenkt“, fand auch Lena aus Auggen, die gleich mehrere Karten erstand.

Ein Renner waren silberne und rosafarbene Einhörner, die sich in liebevoll dekorierten Landschaften „tummelten“. Diese Komplettdekostücke gingen weg wie „geschnitten Brot“ – „und nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene sind von unserer neuen Idee begeistert“, freuten sich Ellen Ott und Roswitha Maier, beide aus Hertingen, die sich für den Machwerkmarkt jedes Jahr etwas Neues einfallen lassen.

Gewirtet wurde auch – unter anderem im „Café“ und im Innenhof des Rössleanwesens und mit original ungarischer Gulaschsuppe von Ildiko Szabo oder Kürbissuppe. Zum Nachtisch gab es Waffeln oder Kuchen.

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