Bad Bellingen Trockenmauern und Orchideenwiesen

Mehr als 100 Hektar Biotopfläche, darunter 75 Hektar in eigenem Besitz, pflegt die Arbeitsgruppe Naturschutz Markgräflerland (ANM). Diese traf sich kürzlich zur Mitgliederversammlung im Kurhotel Markushof in Bad Bellingen. Mit dabei waren zahlreiche Mitglieder des Schwarzwaldvereins, was die langjährige enge Verbundenheit beider Vereine unterstreicht.

Bad Bellingen. Die Vorsitzende Angelika Hofer-Hermann ließ in ihrem Bericht die zahlreichen Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren. Darunter sind die intensive Pflege verschiedener Feuchtbiotope sowie der Erhalt landschaftsprägender Streuobstwiesen, verbunden mit der gleichzeitigen Pflege einer blühenden Wiesenkultur. Dementsprechend fand die erste Wiesenmahd im Gegensatz zu kommerziell ausgerichteten Betrieben erst im Juli statt, so dass Pflanzen und Tiere von der entsprechend langen Blütezeit profitieren konnten, erläuterte die Vorsitzende. Im Vordergrund aller geleisteten Arbeitseinsätze stehen ökologische Aspekte mit dem Ziel, seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum zu bieten.

Trockenmauern bei Niedereggenen

Die bei Niedereggenen gepflegten Trockenmauern, teilweise mehr als 100 Jahre alte und bis zu drei Meter hohe Hangbefestigungen, bilden ideale Lebensräume für zahlreiche seltene Pflanzen und Tiere wie Zimbelkraut oder Hauswurz sowie Schlingnatter, Gottesanbeterin und verschiedene Vogelarten. Hofer-Hermann wies auf die enormen Anstrengungen hin, die derartige Erhaltungsmaßnahmen mit sich bringen.

Naturschutzgebiet Galgenloch

Ebenfalls einer besonderen Obhut unterliegt das Naturschutzgebiet Galgenloch bei Bad Bellingen. Dieses verfügt über zahlreiche seltene Orchideenarten. Auch die Orchideenwiesen seien vom „Orchideenklau“ betroffen. Anhand der vorliegenden Ausgrabungsspuren lassen sich sowohl Wildschweine, als auch Menschen als Täter in Betracht ziehen.

Urgetreide Emmer und Einkorn

Neben den rein ökologischen Aspekten wies die Vorsitzende auch auf verschiedene landwirtschaftliche Aktivitäten hin. So werden gegenwärtig im. Naturschutzgebiet Galgenloch unter streng ökologischen Auflagen mit Emmer und Einkorn zwei fast in Vergessenheit geratene Urgetreidesorten angebaut. In Zusammenarbeit mit den Hieber-Märkten konnten im vergangenen Jahr rund 1,1 Tonnen „Urgetreide“ geerntet, und anschließend eine halbe Tonne Mehl vermarktet werden.

Ebenfalls unter streng ökologischen Bedingungen betreibt die ANM in Zusammenarbeit mit Helfern des Schwarzwaldvereins unweit von Liel einen 0,5 Hektar großen Weinberg, wobei die Rebsorten Gutedel, Spätburgunder und Regent angebaut werden. Vermarktet werden die Weine utner dem namen „Wiiwegli Wi“.

Naturschutzarbeit für Kinder und Jugendliche

Darüber hinaus widmet sich sich die ANM der Naturschutzarbeit mit Kindern und Jugendlichen, verbunden mit dem Ziel, auch bei jungen Menschen ein stärkeres Bewusstsein zu ökologischen Themen zu fördern. Unter anderem besteht seit 2014 eine Projektpartnerschaft mit der Naturpark-Grundschule Rümmingen. Hinzu kommen Aktionen mit den Familiengruppen des Schwarzwaldvereins sowie verschiedene Naturschutzprojekte in Zusammenarbeit mit dem Trinationalen Umweltzentrum (Truz) in Weil am Rhein.

So werden im Rahmen dieser Aktivitäten beispielsweise Anstrengungen unternommen, die sehr selten vorkommende Uferschwalbe im Naturschutzgebiet Kapellgrien, unweit von Bad Bellingen, wieder anzusiedeln.

Die Vorsitzende dankte neben den beiden hauptamtlichen Mitarbeitern den kooperierenden Landwirten sowie den zahlreichen freiwilligen Helfern.

Ab September ist wieder eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst zu besetzen. Die Arbeitsgruppe Naturschutz Markgräflerland ist zusammen mit dem Schwarzwaldverein Freiburg eine anerkannte Dienststelle für den Bundesfreiwilligendienst.

Interessenten am Bundesfreiwilligendienst können sich unter den folgenden Kontaktdaten informieren:

Arbeitsgruppe Naturschutz Markgräflerland e.V., Haagener Straße 25, 79599 Wittlingen, E-Mail: anmvorstand@aol.com

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