Basel - Zum 103. und letzten Mal öffnet heute die Muba ihre Tore. An der letzten Ausgabe der ältesten Publikumsmesse der Schweiz sind 605 Aussteller mit dabei, 16 weniger als im vergangenen Jahr. Unter anderem präsentiert sich an der bis zum 17. Februar dauernden Frühjahresmesse das Gastland Japan, wie es in einer Mitteilung der MCH Group heißt. Als Gastregion ist Appenzell vertreten. Der Eintritt ist kostenlos.

Die wegen tiefgreifenden Veränderungen in der Messe- und Veranstaltungsbranche in Schwierigkeiten geratene Messebetreiberin MCH Group hat im vergangenen Sommer entschieden, die Muba einzustellen. Die Messe litt seit Jahren unter einem Publikumsschwund. Im vergangenen Jahr waren noch rund 124 000 Besucher gezählt worden. Zu ihren besten Zeiten hatte die Mustermesse mehr als eine Million Besucher.

Erstmals durchgeführt worden war die Muba als Schweizer Mustermesse im Frühling 1917. Sie sollte als nationale Leistungsschau während des Ersten Weltkriegs den „Überlebenswillen der Schweiz und die landeseigenen Produkte stärken“. 831 Aussteller präsentierten an der ersten Muba während 15 Tagen ihre Muster. Anhand dieser konnten Bestellungen getätigt werden; einen direkten Warenverkauf gab es noch nicht. Die Messe fand im Stadtcasino, einigen Turnhallen sowie einer provisorischen Messehalle im Kleinbasel statt.

Ursprünglich durften nur Schweizer teilnehmen

5000 Besucher zählte die Erstausgabe im Durchschnitt pro Tag, wie aus Dokumenten des Basler Staatsarchivs hervorgeht. Mit Geschäftsabschlüssen in Höhe von rund 25 Millionen Franken habe die Messe alle Erwartungen übertroffen. Teilnehmen durften an der Mustermesse zunächst nur schweizerische Unternehmen mit einer komplett schweizerischen Belegschaft. Erst zu Beginn der 1960er-Jahre wurden vereinzelt ausländische Produkte zugelassen.

Die Millionengrenze überschritten hatten die Besucherzahlen der Mustermesse bei der 50. Ausgabe im Jahr 1966. Danach wurden immer weniger Eintritte verzeichnet. Mit ein Grund dafür war die Auslagerung von Fachmessen, die im Jahr 1957 mit der „Holz“ begann. Einige der heute eigenständigen Messen haben die Mustermesse als „Mutter aller Messen“ an Bedeutung klar überholt, etwa die 1973 erstmals durchgeführte Uhren- und Schmuckmesse, die heutige Baselworld, oder die Kunstmesse Art Basel. Gerade die Baselworld hat sich in der Zwischenzeit jedoch ebenfalls zu einem Sorgenkind der MCH Group entwickelt.