Basel Annäherung an das Thema „Grenze“

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Literaturfreunde auf der Buch Basel 2018 Foto: Ben Koechlin

Basel (ov/hau). Das Internationale Literaturfestival BuchBasel ist ein Ort des literarischen Austauschs, ein Treffpunkt zwischen Autoren aus der ganzen Welt und Literaturfreunden aus dem Dreiländereck. Auftakt ist am heutigen Dienstag mit einem Vorprogramm, das abwechslungsreiche Hauptprogramm findet dann vom 18. bis 20. November statt.

Die BuchBasel ist das größte kuratierte Festival mit internationaler Ausrichtung in der Schweiz. Es zeichnet sich durch ein vielseitiges und engagiertes Programm aus, das sich nicht davor scheut, auch zeitgenössische (Literatur-)Debatten aufzugreifen. Drei Tage lang wird ein dichtes Programm an Veranstaltungen präsentiert: Es gibt klassische Wasserglaslesungen, experimentelle Literaturpräsentationen, Crossover-Formate mit Musik, multimediale Formate, eine Reihe, die sich mit digitaler Literatur auseinandersetzt, sowie Vermittlungs- und Kinderveranstaltungen.

Dieses Jahr beschäftigt sich das Literaturfestival mit dem Thema „Entgrenzen“. Festivalzentrum ist das Volkshaus Basel. Daneben gibt es viele weitere Spielorte im Kleinbasel.

Schweizer Buchpreis

Am Festivallsonntag wird zudem der viel beachtete Schweizer Buchpreis vergeben.

Die neue Leiterin des Festivals ist Marion Regenscheit. Die 35-Jährige ist bereits seit 2018 im Team und war ab 2020 zusammen mit Katrin Eckert Co-Leiterin von BuchBasel Sie schreibt zudem über Bücher und ist kulturpolitisch aktiv. Träger des Festivals ist der Verein LiteraturBasel. Er betreibt außerdem das Literaturhaus Basel.

Höhepunkte

Das Festival wird am Freitag, 18. November, um 18 Uhr mit einer Rede von Sibylle Berg feierlich eröffnet. Die vielfach ausgezeichnete Autorin von 16 Büchern gilt als eine der renommiertesten Dramatikerinnen im deutschsprachigen Raum und schaut in ihrer Rede auf eine Welt am Abgrund. Gleich im Anschluss liest sie aus ihrem aktuellen Roman RCE.

Weitere Höhepunkte sind laut Veranstalter die Lesungen und Gespräche mit der Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga, dem Buchpreisträger Kim de l’Horizon, dem indischen Kritiker und Autor Pankaj Mishra, die Lesung der inzwischen 80-jährigen Bestsellerautorin Donna Leon, mit dem aufstrebenden Schriftsteller Senthuran Varatharajah oder der Abend gegen das Vergessen mit der preisgekrönten Philosophin und Publizistin Carolin Emcke.

Fokusthema Entgrenzung

Experten aus Literatur, Kunst, Politik und Wissenschaft diskutieren darüber, wie Grenzen und Grenzdiskurse neu gedacht werden können. Die Frage danach, wie wir als Gesellschaft mit Grenzen umgehen wollen, ist in dem vergangenen Jahr wieder stärker ins Bewusstsein gerückt: Die Grenzschließungen während der Pandemie, die Grenzöffnung und die Willkommenskultur für Geflüchtete aus der Ukraine, die Frontex-Debatte in der Schweiz alle diese Beispiele haben gezeigt, dass Diskurse um und über Grenzen stark von politischen Großwetterlagen abhängig sind. Fragen wie „Wie gehen wir mit der Festung Europa um?“ oder „Wie wirken sich Migration, Flucht und Krieg in spezifischer Weise auf Frauen aus?“, werden in verschiedenen Diskussionsrunden besprochen.

Dem Entgrenzen wird aber auch literarisch nachgegangen: Im Umgehen von Grenzen von Grammatik, Syntax, Tonart, Genres oder Medien, können aus Grenz- Experimentierräume werden.

Reihe Potenzial Digital

Online sein ist auch für Literatur zum Alltag geworden. Die Reihe Potenzial Digital präsentiert explizit für den digitalen Raum gedachte Formen von Literatur und ihrer Vermittlung. Sie zeigt, was Literatur alles kann und sein kann. Das reicht von einem virtual Reality Kino bis zum Dialog mit einer künstlichen Intelligenz.

Für Kinder

Für Kinder ab fünf Jahren gibt es ein sorgfältig kuratiertes, kostenloses Kinderprogramm, das dieses in den multikulturellen Räumen des KLARAS stattfindet Verschiede Autoren und Illustratoren sind anwesend. Urs Schaub hat ein abwechslungsreiches Mini-Festival im Festival kuratiert.

Basler Buchwochen

Bereits im Vorfeld des Festivals finden in Basel und Region verschiedene Auftaktveranstaltungen statt. Die erste Lesung findet am 8. November mit Wolf Haas im kHaus in Basel statt.

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