Basel Auf kantonale Hilfen angewiesen

Um schnell auf die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise reagieren zu können, erlässt die Basler Regierung jetzt ein Hilfsprogramm. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Basel - Die Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz und im Kanton Basel-Stadt zieht spürbare wirtschaftliche Folgen für die lokale Hotellerie und Gastronomie nach sich. Deshalb wird die Basler Regierung nun bis zum 1. Mai ein finanzielles Maßnahmenpaket zusammenschnüren.

Sie will den lokalen Unternehmen und Betrieben, die finanziell an den Auswirkungen des Coronavirus stark zu leiden haben, mit einem Unterstützungsprogramm unter die Arme greifen. Teil dieses Programms ist die außerordentliche Erhöhung des bereits bestehenden Fonds zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit (Krisenfonds) von sechs auf elf Millionen Franken.

Ausbildungskosten zahlen

Mit den zusätzlichen fünf Millionen sollen hauptsächlich Löhne und weitere Ausbildungskosten von Lernenden in Betrieben bezahlt werden, die wirtschaftlich an den Folgen der Krise leiden. Auch soll der Fonds Weiterbildungen von Personen finanzieren, die sich in Kurzarbeit befinden. Betroffene KMU erhalten zudem die Option, „Überbrückungskredite zu Vorzugskonditionen“ bei der Basler Kantonalbank (BKB) aufzunehmen.

Weitere Banken sollen folgen. Geplant ist, dass der Kanton Basel-Stadt für die durch die Banken gewährten Kredite bürgt. Dafür sind maximal 50 Millionen Franken vorgesehen. Für die Bürgschaften muss der Große Rat noch grünes Licht geben.

IWB zeigt sich kulant

Des Weiteren sollen betroffene KMU ihre Rechnungen bei den Industriellen Werken Basel (IWB) und auch bei der Steuerverwaltung später zahlen können. Ferner verrechnen die IWB den Betrieben die temporären Anschlüsse nicht, die zur Vorbereitung der abgesagten Fasnacht realisiert worden waren.

Teile des Unterstützungsprogramms gelten ab sofort, die Bürgschaften und der um fünf Millionen aufgestockte Krisenfonds sind ab dem 1. Mai gültig.

Für Liquidität sorgen

Ziel des Unterstützungsprogramms sei es, für Liquidität bei den betroffenen Firmen zu sorgen, sagte Wirtschaftsdirektor Christoph Brutschin (SP). Dadurch sollten Entlassungen vermieden werden.

In Basel-Stadt sind 68 Gesuche für Kurzarbeit eingereicht worden – vorwiegend aus den Branchen Gastronomie und Hotellerie. Zehn Gesuche sind bisher bewilligt worden.

Damit erlässt Basel-Stadt als erster Schweizer Kanton wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen in der aktuellen Coronakrise: „Wir möchten schnell handeln, damit wir nicht in eine Negativspirale kommen“, betonte die Basler Finanzdirektorin Tanja Soland (SP) gestern vor den Medien.

Der Basler Hotelier-Verein, der Gewerbeverband Basel-Stadt und der Wirteverband Basel-Stadt begrüßten in einer Stellungnahme das rasche Handeln der Regierung, forderten aber zusätzlich weitere Maßnahmen auf Bundesebene.

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