Basel Basel passt sich dem Klima an

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Mit der Schwammstadt kommt das Regenwasser direkt den Bäumen zugute und fließe nicht ungenutzt in die Kanalisation. Foto: zVg

Zur Reduktion der Hitze in der Stadt will der Kanton Basel-Stadt künftig mehr Regenwasser zurückhalten. Dieses soll dann über Bäume verdunstet werden. Die Behörden wollen das sogenannte Schwammstadt-Prinzip erstmals auf dem Entwicklungsareal Volta Nord im St. Johann-Quartier umsetzen.

Basel (sda). „Wir haben ein Problem mit der Hitze“, sagte Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller jüngst vor den Medien. So werde die Temperatur bis zum Jahr 2030 in der Nacht um zwei Grad Celsius zunehmen.

Das Schwammstadt-Prinzip schließt laut Keller den Regenwasserkreislauf im Freiraum und ist ein wichtiger Baustein auf Basels Weg hin zu einer noch stärker begrünten, an das Klima angepassten Stadt.

Regenwasser kommt direkt den Bäumen zugute

Mit der Schwammstadt komme das Regenwasser direkt den Bäumen zugute und fließe nicht ungenutzt in die Kanalisation – und ein vitaler Baumbestand verdunste mehr Wasser und kühle so das Stadtklima. Zudem werde die Kanalisation entlastet, was die Gefahr für Überflutungen reduziere, sagte Keller. Die Behörden wollen bei künftigen Bauprojekten die Infrastruktur für die Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips, wenn immer möglich, mitplanen. Dazu gehören wasserdurchlässige Oberflächen, offene Rinnen oder sogenannte bepflanzte Retentionsmulden.

Der neue Stadtteil Volta Nord soll dabei den Anfang machen. Konkret soll das Schwammstadt-Prinzip bis voraussichtlich 2024/2025 auf dem rund 5300 Quadratmeter großem Lysbüchel-Platz umgesetzt werden, wie ein Projektleiter der Stadtgärtnerei ausführte.

Private Eigentümer sollen mit ins Boot

Bis 2025/2026 ist zudem die Realisierung im geplanten neuen St. Louis-Park sowie in der Weinlagerstraße, Lysbüchelstraße und der Kabelstraße vorgesehen. Derzeit befindet sich das Vorhaben auf Stufe Vorprojekt.

Wo immer möglich will der Kanton auf herkömmliche Entwässerungseinrichtungen verzichten. Auch private Eigentümer sollen mit ins Boot geholt werden. Man mache sich zudem auch Gedanken, wie Parkplätze entsiegelt werden könnten, sagte der Projektleiter.

Esther Keller betonte, dass die Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips nur für Projekte möglich sei, die noch nicht vom Großen Rat bewilligt worden seien.

Auf dem Areal Volta Nord sollen neue Wohnungen für 1500 bis 2000 Menschen realisiert werden – zwei Drittel davon im preisgünstigen Segment. Dazu sollen vor allem im nördlichen Teil 2000 bis 2500 Arbeitsplätze entstehen.

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