Basel. In ihrem dritten Abo-Konzert begibt sich die Basel Sinfonietta auf „Sprechende Pfade“. Auf dem Programm im Musical Theater Basel am Sonntag, 28. Januar, um 19 Uhr, stehen unter der Leitung von Principal Conductor Baldur Brönnimann eine Uraufführung, eine Schweizer Erstaufführung sowie ein Werk von Jonathan Harvey, in welchem das Orchester lernt zu „sprechen“.

Das zur Uraufführung gelangende Konzert für Saxofon und Orchester von Mike Svoboda mit dem Titel „Wittgenstein & Twombly“ ist eine musikalische Hommage an die relativ klare und kantige Logik des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein gegenüber den scheinbar irrationalen, graffitiartigen Gemälden des US-amerikanischen Malers Cy Twombly.

Das Orchesterwerk „Scattered Ways“ der jungen deutschen Komponistin Sarah Nemtsov ist eine Schweizer Erstaufführung. Dem Werktitel entsprechend verhält sich das musikalische Material: versprühende Funken, die sich treffen, andere entzünden. Ein Spiel zwischen Freiheit und Diktat, zwischen chaotischen und geordneten Strukturen.

„Speakings“ für großes Orchester und Live-Elektronik von Jonathan Harvey ist eines der faszinierendsten Werke der jüngeren Musikgeschichte. Darin werden Sprache und Musik verschmolzen. Harvey, der als Mystiker der modernen Musik gilt, war zeitlebens auf der Suche nach unerhörten Klängen und religiöser Erkenntnis. Hier wird das Publikum Zeuge, wie ein Orchester gewissermaßen sprechen lernt – von den ersten Lauten bis zur elaborierten Rede.  Konzerteinführung um 18.15 Uhr