Basel Beeindruckende Artistik und Spitzen-Kulinarik

Rolf Rombach

Palazzo Colombino – ein Name, der seit 20 Jahren die Punkte Akrobatik und Kulinarik mit der Basler Rosentalanlage kombiniert. Über 220 000 Zuschauer waren seither im „Palazzo“ in der Stadt am Rheinknie. Was am 24. November 2001 begann, wurde am Sonntagabend mit der Premiere erfolgreich fortgesetzt. Gutes Essen, eine besondere Atmosphäre im Spiegelzelt und 17 Künstler ließen die Zeit wie im Fluge vergehen.

Von Rolf Rombach

Basel. Das Produzentenduo, bestehend aus Clemens Zipse und Thomas Dürr, hatte wieder den richtigen Riecher bewiesen und eine perfekte Auswahl für den dreieinhalbstündigen Abend getroffen. Dürr betonte die Bedeutung für die Artisten, endlich wieder vor Publikum auftreten zu dürfen: „Menschen machen den Unterschied. Für die Künstler – und für den Zuschauer.“

Selten sei es so wichtig gewesen, zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein. Als Ehrengast begrüßte Dürr Eugene Chaplin, Sohn des berühmten Schauspielers und Komikers Charlie Chaplin.

Nach mehreren Versuchen konnten Dürr und Zipse das Deutsch-Schweizer Duo „Die Kavaliere“ als Moderatoren des Abends gewinnen. In ihrer Rolle als Fritz und Anton leiteten Bernhard Altfeld und Ralf Hafner durch das Programm, stellten die einzelnen Gänge vor und brachten das Spiegelzelt mit Zauberei, kabarettistischen Einlagen und einigen musikalischen Beiträgen zum Lachen und Singen.

Manch Schweizer Kulturgut konnte dann zwar nur von Eidgenossen mitgesungen werden, dafür ging es dann mit deutschen Schlagern gemeinsam besser.

Beeindruckende Darbietungen von Körperbeherrschung und Geschicklichkeit prägten die Auftritte in der Palazzo-Mitte. Dabei kamen beispielsweise die italienischen Sali-Brüder Jo und Karel mit ihren Bolas so nahe an das Publikum, dass so manche Frisur durch den Luftzug aufgewirbelt wurde. Mit den Wurfwaffen, die in Südamerika und Sibirien zur Jagd eingesetzt werden, Trommeln und ihren Stiefeln entstand eine besondere Perkussionsdarbietung.

In nahezu jeder Körperposition mit wahnsinnigem Tempo kombiniert, zeigte der Russe Igor Boutorine, dass Hula-Hoop mehr als nur ein Gerät aus dem Schulsport ist. So flogen die drehenden Reifen vom Kopf zum Fuß und zurück, gelegentlich auch im Handstand. Ebenfalls einen Handstand vollführte Sheyen Caroli aus Italien. Allerdings hatte die Kontorsions-Künstlerin hierbei Pfeil und Bogen zwischen den Zehen und schoss so auf einen Luftballon. Immer wieder gab es beeindruckte Momente der Stille, wo nur noch die vorbeifahrende Tram zu hören war. Ob beim mehrfach preisgekrönten Duo Turkeev an den Strapaten, beim Duo Rokashkov am Reck oder bei Jongleur Alexander Koblikov – alles wirkte so leicht und perfekt, dass so mancher Mund kurz offen blieb.

Während des Essens, welches mit Tanzeinlagen des Showballetts „Jess Dancer“ eingeleitet wurde, spielte der polnische Pianist Tomasz Krol dezente Arrangements, die zu Herzen gingen. Das Vier-Gänge-Menü wurde letztmals von Sternekoch Peter Moser zusammengestellt, dessen Nachfolger Robert Claudio Stöckl in diesem Jahr für die Zubereitung verantwortlich zeichnet. Nach dem kulinarischen Auftakt, Geflügel-Galatine mit Pistazien, folgte eine Suppe vom Muskatkürbis mit Gemüse-Momo. Die Rindskopfbäckli an Burgundersoße stellten mit Rosmarin-Safran-Püree und Preiselbeer-Rotkraut das Hauptgericht dar, was von geeistem Mandarinenschaum mit weißer Schokolade-Karamell abgeschlossen wurde.

Noch bis zum 9. Januar lädt der Palazzo Colombino ein, sich verzaubern zu lassen. Eine kleine Auszeit wird es vom 20. bis 28. Dezember geben (Ausnahme 25./26.12.), da dann der Basler Weihnachtszirkus im Spiegelzelt stattfinden wird.  Weitere Infos unter www.palazzocolombino.ch.

FOTOGALERIEWeitere Fotos unter www.dieoberbadische.de

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