Basel Belegärzte schlagen Alarm

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Die Übernahme des Bethesda Spitals Basel durch das Universitätsspital sorgt bei Belegärzten für große Kritik. Foto: Juri Weiss

Basel -  Die Belegärztevereinigung beider Basel BbB ist irritiert von der Übernahme des Bethesda Spitals Basel (BSB) durch das Universitätsspital Basel (USB). Offenbar leide das BSB unter Mangel an Unternehmensgeist, Innovation und Mut, heißt es in einer Mitteilung.

Dass das BSB als Privatspital und selbstständiges Unternehmen keine Perspektive für die Zukunft sehe, sei das eine. Dass aber das USB ein Privatspital mit medizinischen Disziplinen wie stationäre Rehabilitation, Wirbelsäulenchirurgie und Frauenmedizin kaufe, gefährde die Vielfalt des medizinischen Angebots in der Region und damit die freie Arztwahl. Zudem werde auch fundamental am Prinzip des Belegarzt-Systems gekratzt, monieren die Mediziner.

In die Ecke gedrängt

Die Belegärzte würden zunehmend von der Verstaatlichung der Medizin in die Ecke gedrängt. Die belegärztliche und somit individuelle Patientenbetreuung werde durch eine institutionelle Versorgung ersetzt, was sich unweigerlich auf die Versorgungsqualität der Patienten auswirke.

Das BSB habe über Jahrzehnte von den Belegärzten profitieren können, was es aber nicht daran gehindert habe, sie nun ohne Recht auf Mitbestimmung an eine öffentlich-rechtliche Institution zu übergeben, die von einem staatsfreundlichen „bürgerlichen“ Regierungsrat gehegt und gepflegt werde.

Alle schwergewichtigen medizinischen Disziplinen des BSB biete das USB ebenfalls an, sodass mit einer Zusammenlegung auch Arbeitsplätze gefährdet seien, da durch Synergien der beiden Kliniken Doppelstrukturen beseitigt werden müssten, geht aus dem Schreiben hervor. Die BbB beobachte mit großer Skepsis die Rolle des Regierungsrates, insbesondere von Lukas Engelberger, Vorsteher des Gesundheitsdepartementes Basel-Stadt, als Eigner des USB und Regulator des Gesundheitsmarktes. Dieser musste auch im vorliegenden Fall als Vertreter des Eigners sein Einverständnis geben. Woher das Geld für die Übernahme stammt, müsse aus Sicht der BbB ebenfalls klar kommuniziert werden.

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