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Basel Das Basler Herzstück rückt näher

Michael Werndorff
Die Bahninfrastruktur in Basel soll ausgebaut werden. Neben Taktverdichtungen sollen auch Tiefbahnhöfe realisiert werden. Foto: Werndorff

Neben dem Bahnhof Basel SBB soll auch der Badische Bahnhof einen Tiefbahnhof erhalten: Das war eine der Botschaften beim Bahnkongress „Bahn24“ am Donnerstag. Im Fokus standen der weitere Ausbau der Infrastruktur und Angebotsverbesserungen.

Der Schienenpersonennahverkehr ist am Anschlag und muss ausgebaut werden, denn die Nachfrage steigt und die Region Basel wächst dynamisch – allein bis zum Jahr 2040 rechnen Planer mit einem Bevölkerungswachstum in der Größenordnung der Stadt Bern, wie im Rahmen des Bahnkongresses deutlich wurde. Derzeit muss die Infrastruktur rund 100 000 Pendler aus Deutschland und Frankreich aufnehmen – der Trend bleibt trotz Homeoffice ungebrochen. Daher muss das Angebot im ÖPNV weiter ausgebaut werden.

Mehrere Vorhaben

So sollen bis zum Jahr 2035 mehrere Vorhaben realisiert werden; unter anderem eine Taktverdichtung mit einem 15-Minuten-Takt, einer ersten Durchbindung vom Schweizer in den französischen Teil der Agglomeration, neue Haltepunkte an Siedlungsschwerpunkten und die Anbindung der Gemeinde Allschwil an die Bahn. Langfristig sollen auf allen Bahn-Ästen ein 15-Minuten-Takt eingerichtet und mehr Direktverbindungen geschaffen werden.

Dreh und Angelpunkt sei das sogenannte Herzstück der trinationalen S-Bahn – die unterirdische Durchmesserlinie zwischen Basel Badischer Bahnhof und dem Bahnhof Basel SBB. Und hierzu brauche es auch Tiefbahnhöfe, wie Anna Barbara Remund, Vizedirektorin des Bundesamts für Verkehr (BAV), darlegte. Der Tiefbahnhof Basel SBB sei als Kopf des Herzstücks zu verstehen, wie die Basler Baudirektorin Esther Keller und ihr Baselbieter Kollege Isaac Reber an einem Pressegespräch zum Bahnkongress sagten. Zur Sprache kam zudem ein neuer Tiefbahnhof beim Badischen Bahnhof Basel – ein Projekt, das aber keinen Dringlichkeits-Status besitze. Laut Remund hat der Tiefbahnhof SBB eine gewisse prioritäre Stellung. Zuerst müsse man aber oberirdisch Platz schaffen, um den Ausbau überhaupt bewältigen und den Bahnverkehr aufrecht erhalten zu können. Der Bundesrat werde letztlich entscheiden, was in der sogenannten Botschaft 2026 des Schweizer Bundes Platz finden werde.

Das Zwischenergebnis der seit 2022 laufenden Vorstudie zum Kapazitätsausbau Knoten Basel (VKKB) zeigt, dass es auch am Badischen Bahnhof eine Tieferlegung braucht. Geplant sind dort zwei unterirdische Gleise. Ein genauer Zeitplan für die Realisierung wurde nicht genannt: So sprach Remund beim Herzstückprojekt von einem Marathonlauf in Etappen und nicht von einem Sprint.

Mit den vom Parlament beschlossenen Ausbauschritten 2025 und 2035 investiert der Schweizer Bund rund 1,7 Milliarden Franken in den Ausbau des Knotens Basel. Dazu gehören zum Beispiel für den S-Bahn-Viertelstundentakt Basel-Liestal die provisorische Passerelle und der neue Bahnsteig im Bahnhof Basel SBB.

1,7 Milliarden Franken

Rechnet man das Investitionsvolumen der Projekte zusammen, die sich 2024 im Raum Basel bereits im Bau befinden, und zählt man auch die von Deutschland investierten Mittel dazu, ergibt sich eine Gesamt-Investition von 1,7 Milliarden Franken. Die Vorstudie, die Ende des Jahres abgeschlossen sein wird, präzisiert unter anderem die Linienführung des Herzstücks. Dieses beinhaltet auf Großbasler Seite einen Tunnel vom Bahnhof Basel SBB zur neuen Haltestelle Basel Mitte. Von dort führt je ein Tunnelast Richtung Basel St. Johann und Basel Badischer Bahnhof.

Noch offen ist die Linienführung des Herzstück-Tunnels zwischen dem Badischen Bahnhof und Basel Mitte. Zur Diskussion stehen zwei Varianten sowie die Realisierung einer zusätzlichen S-Bahn-Haltestelle Klybeck.

Den Planungen zufolge belaufen sich die Kosten für den gesamten langfristigen Ausbau des Bahnknotens Basel auf rund neun Milliarden Franken.

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