Basel Einfachste Route per Knopfdruck

Reiserouten im Dreiland sollen optimiert werden. Dazu gehört die Regio-S-Bahn mit ihrer Station im SBB-Bahnhof Basel. Foto: Peter Ade

Regio - Das Ziel ist ehrgeizig, doch der Weg wird steinig sein. Gemeint ist das behutsame Herantasten an ein trinationales Mobilitätskonzept, das sowohl die Bedürfnisse des ländlichen Raums im Südschwarzwald als auch die Gegebenheiten im Ballungszentrum Basel intelligent in Einklang bringt.

Die Vielfalt der Verkehrsmittel nimmt zu, was es schwierig macht, jedes einzelne den Bedingungen des Verkehrs anzupassen und Reiserouten für Nutzer zu optimieren. In diesem herausfordernden Umfeld empfiehlt sich das Konzept „MaaS“ (Mobility as a Service) als innovative Studie, die es im Endausbau ermöglichen soll, alle in einem Gebiet verfügbaren Verkehrsmittel zu koordinieren.

Das Konzept von MaaS setzt auf Praktikabilität und soll die Menschen dazu bringen, weniger abhängig von ihrem persönlichen Fahrzeug zu sein. So jedenfalls erläuterte Mitverfasser Alexander Erath, Leiter des Fachbereichs Verkehr und Mobilität der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), das Vorhaben in einer Videoschalte mit Politikern und Verkehrsexperten.

Fazit: Die Mobilität verändert sich weltweit rasant in Richtung personalisierte Dienstleistung. Neue Angebote, die immer häufiger auch rund um die Uhr zur Verfügung stehen, beeinflussen das Mobilitätsverhalten und die Erwartungen der Nutzer. Während heute in der Schweiz traditionelle und neue Anbieter noch relativ unabhängig voneinander ihre Dienstleistungen anbieten, dürfte die Mobilität bald auch in der Grenzregion auf individuelle Präferenzen abgestimmt sein.

Nur eine Anwendung

Kernidee von MaaS ist es, die Angebote des konventionellen Öffentlichen Verkehrs und der neuartigen Verkehrsdienstleistungen nahtlos zu integrieren. Mithin ein Konzept, das alle in einem Gebiet zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel in einer einzigen Anwendung zusammenführt, so dass Nutzer auf Knopfdruck die einfachste Route ermitteln können, um von A nach B zu kommen.

Der Service schließt persönliche Fahrzeuge aus, da der Sinn von MaaS darin besteht, individuelle Autofahrten auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.

MaaS verfolgt das Ziel, Verkehrsmittel direkt miteinander zu vergleichen, um herauszufinden, welches Angebot am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Das Herunterladen mehrerer Apps von verschiedenen Anbietern ist nicht mehr nötig. In der Nutzer-App werden alle verfügbaren Verkehrsmittel direkt berücksichtigt, um die perfekte Reiseroute modellieren zu können.

„Wir müssen Mobilitätsangebote als Region denken und dabei noch viele Hausaufgaben erledigen“, unterstrich Esther Keller, Regierungsrätin und Vorsteherin des Bau- und Verkehrsdepartements, Kanton Basel-Stadt, die trinationale Herausforderung.

Landrätin sagt Ja

Die Lörracher Landrätin Marion Dammann pflichtete Keller bei und plädierte für „stufenweise Planung“. Auch müsse berücksichtigt werden, dass die Ansprüche im ländlichen Raum andere seien als in den urbanen Zentren des Tales. „Wir werden nicht umhin kommen, einzelne Module zu schaffen“, so Dammann.

Hinsichtlich der Finanzierung riet die Landrätin zu einer Aktivierung von Interreg-Finanzmitteln, da es sich eindeutig um eine grenzüberschreitende Aufgabe handele. Ein Aspekt, den mehrfach auch die Basler Regierungsrätin Keller unterstrich: „Aus der Vogelperspektive ist schließlich keine Grenze mehr zu erkennen.“

Noch einige Hürden

Die Projektentwickler vertreten den Standpunkt: „Ein funktionierendes MaaS-Angebot hat hinsichtlich flexibler, nahtloser und ressourcenschonender Mobilität großes Potenzial und kann kosteneffizient eine bessere Erreichbarkeit zu Randzeiten und in Randregionen gewährleisten.“ Weitere nennenswerte Vorteile seien weniger Parkraumprobleme, reduzierte Abgase und mehr Sharing-Ansätze, die mit einer „smarten MaaS-Lösung“ in Verbindung stünden. Allerdings gebe es für ein funktionierendes trinationales MaaS-Angebot noch einige Hürden zu überwinden. 

So bleibt die Organisationsform und Regulierung des Angebots bezüglich Zugänglichkeit und Datennutzung zu definieren. Und auch Fragen der Versicherung und des Arbeitsrechts sind gerade im trinationalen Kontext zu klären. Das nun publizierte „White Paper“ benennt die Chancen und Herausforderungen sowie konkrete Handlungsfelder für Politik, Verwaltung, Mobilitätsanbieter und Firmen.

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