Basel Faszination Ägypten – seit Jahrtausenden

Blick in die Abteilung „Ägypten“, Antikenmuseum und Sammlung Ludwig Foto: Ruedi Habegger Foto: Die Oberbadische

Basel. Das Antikenmuseum Basel verfügt mit über 700 Exponaten über die kunsthandwerklich umfassendste und vielfältigste Sammlung altägyptischer Kunst der Schweiz. Das Haus kündigt nun eine neue interaktive und multimediale Ausstellung unter dem Titel „Faszination Ägypten. 3000 Jahre Hochkultur am Nil“ an. Diese soll im Januar 2021 starten.

Die ägyptische Abteilung wird neu aufgestellt

Seit der Eröffnung der ägyptischen Abteilung ist diese ein Publikumsmagnet. Das Antikenmuseum Basel besitzt die kunsthandwerklich umfassendste und vielfältigste Sammlung altägyptischer Kunst der Schweiz. Nach 20 Jahren sei es nun an der Zeit, die Ausstellung neu zu inszenieren. Ab Januar 2021 werden die Schätze aus 3000 Jahren Hochkultur am Nil in neuem Glanz erstrahlen.

Es wird sechs Themenbereiche geben:

Zum einen „Ägypten – Das alte Wunderland der Pyramiden“. Dieses erste Thema widmet sich der Entdeckung des alten Ägyptens, an der auch Persönlichkeiten aus Basel beteiligt waren. So entdeckte der Basler Johann Ludwig Burckhardt 1813 den großen Ramses-Tempel von Abu Simbel. Präsentiert wird eine spannende Zeitgeschichte, in der sich die Besucher selbst als Abenteurer fühlen können.

Im Bereich „Raum und Zeit“ geht die Ausstellung den Voraussetzungen für die Entstehung der ägyptischen Hochkultur und ihrer geografischen Verbreitung nach. Prähistorische Kunstwerke aus Ton und Stein verblüffen wegen ihrer modern und abstrakt anmutenden Formen.

Spannend dürfte auch der Themenkomplex „ Alltag am Nil“ werden. Zu sehen sind dort Königs- und Menschenbilder. Erdhacke, Hammer oder Schreiberpalette sprechen darüber, wie Bauern, Handwerker oder Schreiber vor über 4000 Jahren gearbeitet haben. Auch Instrumente der Schönheitspflege, Kleider, Musikinstrumente und Zauberrequisiten erzählen vom alltäglichen Leben der Ägypter. Darstellungen von Tieren und Pflanzen runden das Bild ab.

„Du stirbst, damit du lebst“, heißt es verheißungsvoll in einem altägyptischen Text. Die Ägypter haben stets auf ihr Leben nach dem Tod hingearbeitet. Dabei spielt der Sonnenlauf eine zentrale Rolle. Gräber und Grabausrüstung erzählen reichlich davon.

Modernste Techniken erlauben gar Ein­blicke in Mumien und entschlüsseln dabei die Lebensgeschichte des Verstorbenen. Die Ausstellung will den Besucher in die mystische Welt des Jenseits mit Mumien, Särgen und Grabbeigaben entführen.

In der Abteilung „Die Welt der Götter“ sind Menschen mit Tierkopf zu sehen, die die Götter Ägyptens bilden. Wer kennt nicht den hundsköpfigen Anubis oder den ibisköpfigen Thot. Doch die Mischgestalt ist nicht ihre einzige Darstellungs­­weise, sie sind vielgestaltig. In diesem Bereich zeigt die neue Präsentation dem Besucher die Welt der ägyptischen Gottheiten auf. Erklärt wird, wie die Menschen ihnen gehuldigt und was sie im Gegenzug von den Göttern erwartet haben.

Auch der Komplex „Beginn einer Globalisierung“ wird beleuchtet. Wie der Anfang so wird auch das Ende der ägyptischen Hochkultur als Epoche gezeigt. Mit der Eroberung Alexanders des Großen wurde Ägypten 332 v. Chr. griechisch und ab 30 v. Chr. römische Provinz. Ägypten wurde seit dem 3. Jh. v. Chr. sukzessive in die Globalisierung des Mittelmeerraumes miteinbezogen. Migration und Multikulturalismus beziehungsweise die daraus entstandenen Probleme haben einen überraschenden Aktualitätsbezug. Durch die Kulturvermischungen sind reizvolle Neuschöpfungen in den verschiedensten Kunstformen entstanden.

Dauerausstellung wieder geöffnet

„Ex Oriente Lux!“ Aus dem Osten kommt das Licht. Die Dauerausstellung „Orient, Zypern und frühes Griechenland“ erstrahlt zudem ab sofort wieder, heißt es in der Museumsmitteilung. Die Abteilung präsentiert Werke aus Mesopotamien, Iran, Syrien, der Levante, Zypern, Kreta und dem griechischen Festland vom frühen 3. bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. Im Zentrum steht die Frage nach dem kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen den westlichen und östlichen Kulturen, die das Fundament für das heutige Europa bildet.  Gratiseintritt gibt es jeden Donnerstag und Freitag ab 17 Uhr, Samstag und Sonntag ganztags

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