Basel Freie Fahrt für das Tram

Foto: zVg/BVB Foto: Die Oberbadische

Der Basler Große Rat hat am Mittwoch den Tramnetzstreckenplan der Basler Regierung samt Ergänzungsantrag der vorberatenden Parlamentskommission genehmigt. Dieser beinhaltet eine Erhöhung des Planungskredits um eine Million auf 3,3 Millionen Franken.

Basel (sda). Die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) des Basler Großen Rats will das Tramschienennetz ausbauen. Im Visier der Planungen stehen folgende vier neue Verbindungen: Das Tram Claragraben soll den Wettsteinplatz an den Claraplatz anschließen. Zwischen Kleinbasel und Bahnhof SBB entstünde damit ein beschleunigtes Streckennetz. Der Bund befindet das Projekt laut der Uvek für sehr sinnvoll und will sich voraussichtlich mit 40 Prozent an den Kosten beteiligen. Anwohner, die in der Nähe des Wettsteinplatzes wohnen, befürchten allerdings ein Verkehrschaos.

Eine weitere neue Verbindung zwischen dem Leonhardsgraben und dem Blumenrain soll den Tramverkehr in der Innenstadt deutlich reduzieren. Die Linie 16 könnte künftig ab dem Barfüßerplatz über den Kohlenberg, den Leonhardsgraben und den Petersgraben in Richtung St. Johann verkehren.

Da das neue Quartier Klybeck bislang schlecht an das Streckennetz angeschlossen ist, ergibt eine Tramlinie nach Klybeck laut Kommission Sinn. Die Strecke würde beim Riehenring und beim Knoten Gärtnerstraße und Klybeckstraße an das Netz angeschlossen werden.

Die stark ausgelastete Buslinie 30 soll in Zukunft als Tram eingesetzt werden. Diese wird dann die beiden Basler Bahnhöfe miteinander verbinden.

Lange Diskussion über den Streckenausbau

Über die Tramnetzentwicklung wurde im Großen Rat lange diskutiert. Die bürgerlichen Fraktionen der FDP und LDP monierten, dass es nicht sinnvoll sei, an allen Ecken und Enden der Stadt neue Tramschienen zu planen, ohne genau zu wissen, wie sich der öffentliche Verkehr in längerfristiger Zukunft entwickeln werde.

Die LDP sprach insbesondere die im Streckenplan aufgeführten Gleisverbindungen durch die Clarastraße im Kleinbasel und durch den Petersgraben auf der anderen Rheinseite an. Diese Verbindungsstücke sollen laut Regierung sowie Uvek zur Entlastung der enorm dicht befahrenen Talstrecke durch die Großbasler Innenstadt beitragen. Die LDP beantragte die Zurückweisung des Berichts an die Regierung.

Die FDP stellte den Antrag, alle im Streckennetz angeführten Abschnitte für ein neues Tram 30 zu streichen. Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels plädierte indes dafür, keine im Plan aufgeführten Streckenabschnitte aufzugeben. Sie stehen zu lassen, entbinde die Planer nicht davon, auf mögliche neue Entwicklungen im öffentlichen Verkehr zu reagieren und die Planung entsprechend anzupassen, argumentierte er.

Änderungsantrage der Bürgerlichen scheitern

Der Rückweisungsantrag und die Änderungsanträge von FDP und LDP fanden im Rat keine Mehrheit. Ebenso erging es zwei Änderungsanträgen des Grünen Bündnisses, welche die Änderungsvorschläge der Uvek in Großratsbeschlüsse überführen wollten. In der Schlussabstimmung wurde der Tramnetzenstreckenplan mitsamt dem Planungskredit in Höhe von 3,3 Millionen Franken mit 63 gegen 28 Stimmen deutlich genehmigt.

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