Basel Für eine lebendige Flusslandschaft

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 Foto: Michael Werndorff

Basel (sda) - Die Wiese soll vom Basler Tierpark Lange Erlen bis zur deutschen Grenze revitalisiert werden. Die Basler Regierung rechnet mit Kosten von rund 45 Millionen Franken für das Vorhaben und 15 Millionen Franken für flankierende Umgestaltungsvarianten.

Die Wiese soll sich auf ihrer Strecke durch das Basler Naherholungs- und Trinkwasserversorgungsgebiet Lange Erlen wieder frei und damit naturnaher bewegen können, wie die Basler Regierung jetzt mitteilte. Damit könnten wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen. Im Zentrum stehen Laichplätze für den Lachs und andere gefährdete Fische. Auch der Hochwasserschutz könne verbessert werden, heißt es.

Anstelle des monotonen Flussbetts soll ein vielfältiger Lebensraum entstehen, der zahlreichen Tier- und Pflanzenarten am und im Wasser ein besseres Zuhause bietet. Gefährdete Fischarten wie Äsche, Nase, Lachs und Barbe sollen neue Laichplätze erreichen können, informiert das Bau- und Verkehrsdepartement.

Neue Lebensräume für Flora und Fauna

Durch die Vernetzung mit dem Umland erhielten Amphibien und Reptilien neue Lebensräume. Die Uferwiesen und die Schwellen innerhalb der Dämme sollen entfernt werden, damit sich der Fluss in diesem Raum frei bewegen kann. Die Trampelpfade, die sich heute durch die Uferwiesen ziehen, würden ohne die Uferwiesen nicht mehr verfügbar sein, wie es weiter heißt. Dies ermögliche nicht nur eine lebendige Flusslandschaft mit Inseln und Buchten, sondern erhöhe auch die Kapazität des Flussbetts. So könnten Hochwasser weitgehend gefahrlos abgeführt werden, schreibt die Behörde.

Für die Besucher des Landschaftsparks seien in der Dammböschung an ausgewählten Stellen Sitzanlagen zum Verweilen am Wasser vorgesehen. Um das Trinkwasser, das in den Langen Erlen gewonnen wird, vor Verunreinigungen vor allem bei Hochwasser besser zu schützen, soll zudem die Durchlässigkeit des Flussbetts reduziert werden. Derzeit klärt das Tiefbauamt auch ab, ob die Dämme mit geringem Aufwand an einzelnen Stellen geöffnet werden können. Die Lebensräume des Landschaftsparks würden so stärker miteinander verbunden und Tiere könnten besser an die Wiese gelangen. Die Flächen würden bei größerem Hochwasser überflutet, was zusätzlichen ökologischen Mehrwert bringe.

Wiese vor mehr als 100 Jahren begradigt

Um Land zu gewinnen, wurde die Wiese vor mehr als 100 Jahren begradigt. Heute fließt sie in einem Bereich zwischen zwei Dämmen, die von Uferwiesen gesäumt werden, durch ein künstliches Flussbett.

Als Nächstes steht nun laut Mitteilung die Fertigstellung des Vorprojekts an. Die Bauarbeiten würden frühestens 2025 beginnen und aus Gründen der Rücksichtnahme auf die Natur und Nutzer über zehn Jahre hinziehen.

Interessierte Besucher des Landschaftsparks Wiese aus dem In- und Ausland erhalten Gelegenheiten, bis zum Herbst Wünsche und Gedanken einzubringen. Auf wiesevital.info sind Hintergrundinformationen verfügbar. Weitere Informationen zur Revitalisierung sowie zum Landschaftspark Wiese erhalten Interessierte auch beim Rangerdienst im Landschaftspark Wiese. Der Rangerdienst ist täglich im Landschaftspark unterwegs und steht bis auf Weiteres auch jeden Donnerstag zwischen 11 und 12 Uhr beim Restaurant „Schliessi“ für Fragen zur Verfügung.

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