Basel Für Genuss ohne Verschwendung

Rund 2,5 Millionen Tonnen an verwertbaren Lebensmitteln werfen die Schweizer im Jahr in den Müll. Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Rund 2,5 Millionen Tonnen – diese Menge an Lebensmitteln wird in der Schweiz pro Jahr weggeworfen. Bis Ende des Monats gibt das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt auf dem Vogesen- und dem Petersplatz sowie beim Oekolampad praktische Tipps gegen Essensverschwendung.

Basel (boz). Die Menge an weggeworfenem genießbarem Essen entspricht ungefähr einem Drittel der jährlichen Lebensmittelerzeugung in der Schweiz. „2000 bis 3000 Franken verschwendet der Bürger damit im Jahr“, erklärt Timo Weber, Abteilungsleiter Abfall und Rohstoff der Stadt Basel, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Jeder könne ohne Verzicht dazu beitragen, die Verschwendung von Lebensmitteln auf ein Minimum zu reduzieren. „Wir raten den Bürgern, eine Wochenbedarfsplanung zu erstellen, vor dem Einkauf eine Liste zu schreiben, nicht hungrig in den Laden zugehen und sich morgens ein Foto vom Kühlschrankinhalt zu machen, damit man später noch weiß, was man abends einkaufen muss“, zählt Weber auf.

Denn die größten Lebensmittelverschwender sind laut Amt für Umwelt und Energie die privaten Haushalte: Etwa die Hälfte der jährlichen Verschwendung lasse sich auf sie zurückführen. Dass die Basler Haushalte dabei keine Ausnahme darstellen, zeigen Stichproben: Im Durchschnitt sind 15 Prozent eines Bebbi-Sack-Inhalts noch essbare Lebensmittel.

Maßnahmenpaket für nachhaltige Ernährung

Um diesem Missstand zu begegnen, setzt der Kanton auf das „Maßnahmenpaket nachhaltige Ernährung Basel-Stadt 2018-2021“. Der Regierungsrat will damit sein Engagement für eine nachhaltige Ernährung stärken, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Der Genuss und die Freude an gutem Essen sollen im Mittelpunkt stehen. Das Maßnahmenpaket mit elf Punkten soll Impulse in den drei Handlungsbereichen regionale Lebensmittelversorgung und Wertschöpfung, nachhaltige Verpflegung und Lebensmittelabfälle setzen.

Das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt beteiligt sich an dieser Strategie mit einer Informationskampagne zum Thema Food Waste.

Passanten können sich auf dem Vogesen- und Petersplatz sowie beim Oekolampad von Fachpersonen Tipps und Tricks geben lassen. Mit gesundem Menschenverstand lässt sich beurteilen, ob ein Produkt, dessen aufgedrucktes Ablaufdatum erreicht ist, noch verzehrt werden kann: Riechen, Anschauen und Schmecken lautet hierbei die Devise, rät das Umweltamt. So spare man Geld und reduziere verwertbare Abfälle. „Manche Leute lassen sich gut über die Umweltthematik ansprechen. Andere reagieren mehr beim Punkt Geldbeutel“, meint Weber.

Private Initiativen nehmen an Infoständen teil

Die Aktion zum Thema Essensverschwendung ist auch eine Plattform für private Initiativen. Die Organisation „Food Sharing“, die Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahrt (wir berichteten), stellt einen sogenannten „Fair-Teiler“ neben dem Infostand auf. In diesem werden Lebensmittel zum kostenlosen Mitnehmen angeboten. Das Backwaren Outlet, das Konditorei- und Bäckereiprodukte vom Vortag verkauft, bietet seine Produkte ebenfalls zum Probieren an.

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