Basel iNurses und iCops zeigen Kreativität

Valentin Radonici
Die iNurses Simone Hügi und Marija Stanojevic begeistern auf TikTok und Instagram ihre Zuschauer. Foto: UKBB/UKBB

Mit Social-Media-Projekten rekrutieren UKBB und Kantonspolizei neue Mitarbeiter.

Die Basler Kantonspolizei und das Universitäts Kinderkrankenhaus (UKBB) setzen beim Kampf um neues Personal auf TikTok und Instagram und die Projekte iCop und iNurses. Wer bei der Personalsuche erfolgreich sein will, kommt an den sozialen Medien nicht mehr vorbei, wie beide Beispiele zeigen. Die große Aufmerksamkeit für die Projekte kam mit iCop Tosca Stucki, die vor zwei Jahren mit ihrem ersten iCop Video auf TikTok eine Erfolgsstory startete. Inzwischen hat Stucki bei TikTok fast 50 000 Follower, 432 000 Likes und über 8000 Follower auf dem Instagram-Kanal.

Erfolg durch Social-Media

Adrian Plachesi, Leiter der Abteilung Kommunikation des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt und der Kantonspolizei beschreibt Stuckis Erfolg im Gespräch mit unserer Zeitung: „Unsere iCop Tosca Stucki ist auf Instagram und TikTok sehr erfolgreich. Sie steht im regen Austauch mit ihren Followern, die mit Fragen zum Polizeiberuf oder auch anderen, persönlichen Problemen auf diesen Plattformen einen niederschwelligen Kontakt zu einer Polizistin suchen können.“

Bewerbungen wegen iCop

Die gestiegene Aufmerksamkeit sei seit dem Start von iCop Stucki für die Polizei sichtbar. Wie viele Bewerbungen allein aufgrund der erhöhten Social-Media-Präsenz eingegangen seien, lasse sich statistisch nicht ermitteln. Tatsache sei jedoch, dass immer mehr Polizeischüler sich dahingehend äußern würden, dass sie wegen des Projekts und iCop Tosca Stucki begonnen hätten, sich für den Beruf zu interessieren. Daher beurteile die Kantonspolizei das Ganze als Erfolg.

In den Videos auf TikTok nimmt Stucki die Zuschauer mit zur Schießausbildung und zu Einsätzen in der Basler Innenstadt sowie Kampfsporttraining, Aktionstagen und hinter die Kulissen der interkantonalen Polizeischule. So bekommen die Nutzer einen Einblick in den Alltag des Polizeiberufs und können sich direkt ein Bild machen.

„Das Ziel unseres iCop-Projektes ist es, eine junge Zielgruppe anzusprechen, um ihnen den Polizeiberuf näherzubringen und sie vielleicht sogar als künftige Aspirantinnen und Aspiranten gewinnen zu können,“ erklärt Plachesi. Da sich junge Menschen heute teilweise fast ausschließlich in sozialen Medien bewegen und kaum klassische Medien konsumieren würden, seien Plattformen wie TikTok oder Instagram dafür ideal.

Abwechslung kein Problem

Was bei der Kantonspolizei funktioniert, inspirierte auch das UKBB. Pflegeexpertin und iNurse Simone Hügi erkärt auf Nachfrage, dass die Idee zum Projekt iNurses durch die iCop Initiative der Kantonspolizei mit Stucki kam. Seit Ende Juli sind die iNurses aktiv und haben auf TikTok 3231 Follower und mehr als 73 000 Likes. Bei Instagram kommt das Team auf fast 2000 Follower. Einen Tag in der Woche arbeitet Hügi mit ihrer Kollegin Marija Stanojevic für das Projekt und ist als iNurse bei TikTok und Instagram unterwegs. Der Hauptberuf leidet darunter nicht, wie Pflegeexpertin Högi unserer Zeitung schildert: „Die Abwechslung funktioniert problemlos. Wir können die Arbeitszeiten für iNurse sehr flexibel gestalten und somit jederzeit unsere Arbeit als iNurse zur Seite legen und bei Bedarf in der Pflege mithelfen.“

Wie bei den iCops führen Hügi und Stanojevic die Zuschauer in den Pflegeberuf in einem Kinderkrankenhaus ein. Anhand eines Videos wird so gezeigt, wie die Zeitumstellung bei Nachtdienst und Tagesdienst und die Dokumentation im Pflegedienst funktioniert, was bei einer Arztvisite passiert und wie eine Lumbalpunktion (also eine Entnahme von Nervenflüssigkeit aus dem Rückenmarkskanal) bei einem Baby abläuft.

Einblick in den Alltag

So erhält der Interessierte Einblicke in den Alltag einer Pflegekraft im Kinderkrankenhaus von erster Hand, und dies ist auch das primäre Ziel der iNurses: „Wir möchten einen Einblick in die Arbeit im UKBB zeigen, insbesondere in die Arbeit von Pflegefachpersonen.“

Zudem wolle man Familien und generell Interessierten einen Einblick in den Krankenhausalltag ermöglichen und somit in einen Austausch mit der Bevölkerung treten. Dabei stehe unter anderem die Förderung der Gesundheitskompetenz im Vordergrund.

Trends beobachten

Hügi und Stanojevic unterscheiden bei TikTok und Instagram und gehen bei beiden Plattformen unterschiedlich vor. Dies verdeutlicht Stanojevic in einem Interview mit dem Newsportal Baseljetzt: „Auf TikTok folgen wir den Trends, die wir beobachten, und machen diese auch nach, beispielsweise neue Tanztrends. Dabei vermitteln wir viel Spaß.“ Instagram würde von den iNurses hingegen als seriöseres und informatives Social-Media-Werkzeug genutzt werden. Hier wolle man informativ sein und eine andere Art von Einblick in den Alltag widerspiegeln als bei TikTok.

Hügi zieht über das Projekt auf Nachfrage unserer Zeitung eine positive Bilanz: „Es ist ein Wiedererkennungswert entstanden, und die Rückmeldungen über Instagram und TikTok zeigen ein spürbares Interesse der Nutzer. Wir hatten auch schon Bewerbungen, die auf unsere iNurse-Accounts zurückzuführen sind.“

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