Basel Kunst und Architektur verknüpfen

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Auf drei Etagen entstehen im Museumsneubau insgesamt 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Foto: Peter Zumthor

Mit einem Neubau erweitert die Fondation Beyeler in Riehen ihre Ausstellungsfläche um 1500 Quadratmeter. So sollen Schenkungen und Dauerleihgaben permanent gezeigt werden.

Die Arbeiten rund um den Museumsneubau samt Park der Fondation Beyeler in Riehen schreiten voran. Insgesamt 120 Millionen Franken investiert das Museum in seine Weiterentwicklung. Die Arbeiten liegen im Plan, wie Museumssprecher Jan Sollberger auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.

Der Neubau wird realisiert, um neben dem aktiven Ausstellungsprogramm auch die stetig wachsende Sammlung der modernen und zeitgenössischen Kunst sowie Schenkungen und Dauerleihgaben permanent präsentieren zu können, wie vom den Verantwortlichen zu erfahren ist.

„Das Neubauprojekt ist für die langfristige Weiterentwicklung der Fondation Beyeler von großer Bedeutung“, erklärte Samuel Keller, Direktor der Fondation Beyeler, im Rahmen der Projektvorstellung. „Mit der Erweiterung durch das Atelier Peter Zumthor entstehen hier ein einzigartiges Ensemble von Museumsbauten, neue Räume für Kunst und Veranstaltungen und insbesondere ein großer öffentlicher Park.“

Kleinteilige Häuser

Aus dem Studienauftrag, der elf internationalen Architekturbüros erteilt wurde, wählte die Jury einstimmig den Entwurf des Ateliers Peter Zumthor: Anstelle eines großen Gebäudekomplexes schlug Zumthor drei kleinteilige Häuser von unterschiedlicher Materialität vor, die sich sensibel in die Umgebung und in die historische Parkanlage integrieren. Sie reihen sich versetzt entlang des Bachtelenwegs auf, der zwischen den beiden Parks verläuft und für den Rad- und Fußverkehr öffentlich zugänglich bleiben soll. Herzstück der Erweiterung ist ein Museumsneubau, in dem Kunstwerke präsentiert werden.

Kunst auf drei Etagen

Ein Pavillon soll als Veranstaltungsort und als sozialer Raum dienen, und im Servicehaus sind Räume für Verwaltung und Logistik untergebracht, wie aus den Plänen hervorgeht. Auf drei Etagen entstehen in Zumthors Museumsneubau insgesamt 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Seine monolithische Form richtet sich nach dem historischen Baumbestand.

Großformatige Fensterausschnitte, die gezielte Ausblicke aus den Ausstellungsräumen in die umgebende Natur eröffnen, sind fester Bestandteil des architektonischen Konzepts. Als Baumaterial findet Schicht für Schicht gegossener und gestampfter Jurakalk-Stampfbeton Verwendung, dessen unregelmäßige, offenporige Oberfläche und warme Farbigkeit dem Gebäude eine natürliche Wirkung verleihen sollen. In Ergänzung zum bestehenden Museum sollen im Neubau zukünftig mehr Kunstwerke aus der Sammlung der Fondation Beyeler öffentlich gezeigt werden.

Vorträge und Filme

Der eingeschossige Pavillon liegt in der Südwestecke des bestehenden Parks. Zusammen mit einem kleinen, aus verputzten Bruchsteinen errichteten Servicetrakt schließt er direkt an die historische Parkmauer an.

Abends können hier Kulturveranstaltungen wie Vorträge, Künstlergespräche, Filmvorführungen, Performances und Konzerte sowie private Anlässe mit bis zu 300 Personen stattfinden. Das Servicehaus erfüllt den Plänen zufolge gleichsam eine Torfunktion zwischen Riehen und dem Gelände der Fondation Beyeler. Auf drei Obergeschossen befinden sich darin Arbeitsräume für rund 20 Mitarbeiter, im Erdgeschoss werden Kunsttransporte angeliefert, die im Untergeschoss für die Ausstellungen vorbereitet werden. Das Servicehaus ist unterirdisch mit dem Museumsneubau verbunden. In Anlehnung an Wirtschaftsgebäude der Region ist die Fassade in einfacher Holzskelettbauweise gebaut.

Neuer Park

Weiter entsteht ein neuer Park: Im Jahr 1830 als Englischer Landschaftsgarten von Jean-François Caillat entworfen, der ursprünglich auch den bisherigen Park der Fondation Beyeler gestaltet hatte, entspricht die Anlage in den Grundzügen noch heute den originalen Gegebenheiten.

Mit ihrem zwei Jahrhunderte alten Baumbestand gilt sie als eine der historisch bedeutsamsten Parkanlagen ihrer Art in der Region, erklären die Museumsverantwortlichen.

Der bisher private Park soll nun öffentlich zugänglich werden, sodass sich die Grünflächen der Fondation Beyeler in ihrer Größe fast verdoppeln und eine direkte Anbindung an das Naturschutzgebiet geschaffen wird.

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