Basel Letzte Chance für Kritiker

Der EuroAirport soll nach dem Willen der französischen Behörden an die Bahn angebunden werden. Foto: zVg/EuroAirport

Frankreich hat ein Anhörungsverfahren gestartet, um einen Schienenanschluss zum Basler EuroAiport (EAP) zu bauen (wir berichteten). Auch die Schweizer Bevölkerung darf dazu Stellung nehmen.

Basel (sda/awp). Das Projekt eines Bahnanschlusses an den EAP ist soweit gediehen, dass die französischen Behörden ein Verfahren zur Gemeinnützigkeit gestartet haben. Noch bis zum 9. November können die betroffenen Regionen des Dreiland-Flughafens im Rahmen einer öffentlichen Anhörung ihre Meinung dazu abgeben.

Die französischen Behörden würden die Stellungnahmen aus der Schweiz gleichwertig behandeln wie diejenigen aus dem Elsass, sagte Claus Wepler, Generalsekretär des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel-Stadt am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die französischen Verfahrensvorschriften machen diese Anhörung nötig, bevor eine Baueingabe gemacht werden darf.

Für die Schweizer Kritiker des Bahnanschlusses könnte dies eine der letzten Möglichkeiten sein, Einfluss auf den Schienenanschluss zu nehmen. Insbesondere Umweltthemen kommen in diesem Verfahren zur Sprache. Aufgrund der eingegangenen Stellungnahmen können die französischen Behörden das Bahnprojekt für „gemeinnützig“ erklären.

Gegner eines Bahnanschlusses befürchten, dass der Flugverkehr und der Fluglärm zunehmen würden, wenn der EAP ans Schienennetz angeschlossen ist.

Planung läuft seit mehr als 20 Jahren

Seit mehr als 20 Jahren plant die französische Eisenbahngesellschaft SNCF zusammen mit dem Flughafen sowie den zuständigen staatlichen Stellen in Frankreich und der Schweiz eine Anbindung des Flughafens Basel-Mülhausen an den Schienenverkehr. Von der bestehenden Bahnlinie von Basel nach Straßburg soll bei St. Louis ein sechs Kilometer langer Schienenabschnitt zum EAP gebaut werden. Diese Gleise würden auf dem Gebiet der elsässischen Gemeinden Bartenheim, Blotzheim, Hésingue und St. Louis liegen.

Kosten von 338 Millionen

Laut dem Zeitplan soll mit dem Bau des Bahnanschlusses im Jahr 2025 begonnen werden; die Inbetriebnahme würde 2030 erfolgen. Die Kosten für das Großprojekt werden auf 338 Millionen Euro veranschlagt.

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