Basel Mamma Mia – Frauenpower!

Gabriele Hauger
 Foto: zVg/Brinkhoff Moegenburg

Basel - Schon beim musikalischen Intro kommt gute Laune auf. Logisch! Sitzen doch im gut gefüllten Basler Musical Theater mit Sicherheit viele eingefleischte Abba­Fans, die den weltbekannten Ohrwürmern entgegenfiebern.

„Mamma Mia!“ – was für ein Trubel! Spätestens seit dem Erfolgsfilm mit Meryl Streep ist das Gute-Laune­Musical weltweit ein Erfolgsgarant. Noch bis 14. April ist es in Basel zu sehen. Premiere war am Dienstagabend.

Es ist eine nette Geschichte: Die junge, süße Sophie (Katharina Gorgi, alternierend Abla Alaoui), gerade mal 20 Jahre alt, will heiraten. Ganz in weiß, mit allem Pipapo – und das, obwohl ihre alleinerziehende Mutter Donna (Helena Blöcker, alternierend Sabine Mayer), die auf einer griechischen Insel mehr oder weniger erfolgreich ein kleines Hotel betreibt, ein echter Freak ist: unkonventionell, chaotisch, temperamentvoll.

Wer aber ist der jahrelang verheimlichte Vater?

Wer aber ist der jahrelang verheimlichte Vater der Braut? Im Tagebuch ihrer Mutter hat Sophie drei potenzielle Kandidaten ausgemacht – und ohne Wissen ihrer Mutter eingeladen. Diese drei trudeln nun ebenso zur Hochzeit ein wie die zwei herrlich schrägen Freundinnen der Mama. Dazu Bräutigam und junge Freunde – eine bunte Melange, die Gelegenheit für Identifikationsmöglichkeit und Situationskomik sowie flotte Tanzszenen bietet.

Auffällig: Die Basler Inszenierung wird eindeutig von Frauenpower dominiert. Gegen die reizende, stimmgewaltige Sophie, ihre temperamentvolle, ebenso stimmfeste Mutter Donna und die skurril witzigen Freundinnen sehen die drei Väter-Kandidaten (Karim Khawatmi, Detlef Leistenschneider, Jörg Zuch) und der Bräutigam Sky (Marvin Schütt) fast ein bisschen blass aus. Sie haben es aber auch schwer gegen die umwerfend komische Bohnenstange Tanja (Betty Vermeulen), die bereits mehrere Männer verschlissen hat und mit viel Galgenhumor versucht, Verfall und Falten aufzuhalten. Oder ihr knuffiges Pendant Rosie (Barbara Raunegger) mit ein paar Kilos zu viel auf den Rippen und Leidenschaft trotz Rückenleiden.

Wie der Plot mit den Abba-Hits vom titelgebenden „Mamma Mia“ über „Dancing Queen“ bis zu „The Winner takes it all“ in passenden deutschen Texten verknüpft wird, ist geschickt gemacht. Auch das schlichte, aber wirkungsvolle Bühnenbild mit einer flugs dreh- und wandelbaren Szenerie überzeugt.

Schön anzusehen sind die Gruppen-Tanzszenen der jungen Crew: Da gibt es Temperament und Leidenschaft ebenso wie komische Momente, wenn bei der Junggesellenparty mit Taucherbrille und Flossen die Beine fliegen – originell und überhaupt nicht peinlich. Aktuelle Modetänze werden ebenso eingebaut wie ein schönes Abba-Imitat im Glitzer-Look der 70er Jahre von den drei reiferen Damen Es ist alles da, was gute Laune macht, Liebesglück und Happy End inklusive, zum Glück ohne allzu süßlichen Kitsch.

Die Akteure auf der Bühne werden von der Band unter der Leitung von Aday Rodgriguez Toledo souverän unterstützt. Dazu gibt es passendes Lichtdesign und Kostüme. Innovativ wird unter anderem eine Traumszene der Braut umgesetzt – allein mit Licht, Spots und Neonfarben.

Eine moderne, temporeiche, vergnügliche Inszenierung, deren musikalischer Erfolg sowieso ein Selbstläufer ist. Tosender Applaus zum Schluss. Und so mancher wird sich auf der Heimfahrt im Auto eine alte Abba-CD eingelegt haben.   bis 14. April im Musical Theater Basel: Di, Do, Fr, 19.30 Uhr, Mi 18.30 Uhr, Sa 14.30 und 19.30 Uhr, So 13.30 und 18.30 Uhr; Musical Theater Basel, Karten unter www.ticketcorner.ch sowie in den Geschäftsstellen unseres Verlagshauses

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