Basel Nachts im Museum

Basel - Wer sich zu nachtschlafender Zeit Auge in Auge mit einem Dinosaurier wiederfindet, der muss nicht zwangsläufig den Test machen, ob er wach ist oder träumt. Bei den „After Hours“ im Naturhistorischen Museum in Basel lässt sich einmal im Monat genau das erleben.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag bei freiem Eintritt durch die Sammlung des Museums flanieren oder an der Bar einen Cocktail trinken – das sind die Möglichkeiten, die immer am ersten Donnerstag eines Monats geboten werden. Und das Motto „Chillen im Museum“ kommt offenbar an, wie ein Besuch zeigt.

Christine Zschokke aus Basel etwa nutzt die Gelegenheit, um ihre jugendliche Tochter für das Museum zu begeistern. „Das ist ein netter Anlass in den Schulferien“, sagt sie anlässlich der Öffnung in der ersten Januarwoche. Ihre Tochter indes hat auf die Frage, ob sie sich denn für das hier Gezeigte bereits erwärmen könne, eine knappe Antwort parat: „Nein.“

Aber es hat ja noch Zeit. Von 18 bis 23 Uhr hat das Museum, das ansonsten dienstags bis sonntags um 17 Uhr seine Pforten schließt, anlässlich der monatlichen „After Hours“ geöffnet. Seit etwa zehn Jahren gibt es dieses Angebot während der Sonderausstellungen bereits. „Die Resonanz ist sehr gut“, freut sich Marlen Melone, die beim Naturhistorischen Museum für die Veranstaltungen zuständig ist.

Jüngere Besucher kommen eher später

Auch das Konzept, anderes Publikum als tagsüber ins Museum zu locken, gehe auf. „Tagsüber kommen Schulklassen oder Kinder mit ihren Eltern zu uns, abends dann hauptsächlich Besucher zwischen 30 und 50 Jahren“, sagt Melone im Gespräch mit unserer Zeitung.

Je später der Abend, desto jünger die Besucher, könnte auch das Motto lauten. So sind die Besucher zu Beginn der Spätöffnung um 18 Uhr noch tendenziell etwas älter, während die jüngeren ab 30 aufwärts erst ab etwa 20 Uhr eintrudeln. Die Anlässe des Besuchs sind dabei vielfältig, wie Edith Zamarlik sagt. „Eine Freundin hat Geburtstag und wollte unbedingt ins Museum“, erzählt die 62-Jährige, für die der sonntägliche Museumsbesuch schon in ihrer Kindheit zu den liebgewonnenen Traditionen zählte. Ähnliche Erinnerungen teilt Liliane aus Basel, die ihren Nachnamen nicht nennen will. „In meiner Kindheit war ich häufig hier, vor allem sonntags, wenn der Eintritt kostenlos war“, sagt sie. Bisher habe sie aus beruflichen Gründen nie an den „After Hours“ teilnehmen können, aber jetzt zu Jahresbeginn nutze sie diese Gelegenheit gerne.

Vieles lässt sich direkt ausprobieren

Und: Der große Höhlenbär, der sie schon als Kind mit am meisten beeindruckte, ist noch immer da und zeigt sich den Besuchern in seiner ganzen Größe.

Die Besucher nutzen die Gelegenheit, die Sonderausstellung „Unterwegs im Ohr“ zu besuchen und dabei einiges selbst auszuprobieren. Mittels eines Rohrs, dessen beide Öffnungen man sich an die Ohren halten kann, lässt sich etwa das räumliche Hören erproben, indem der Partner mit einem Holzstab leicht gegen das Rohr schlägt. „Das kommt von links“, kann Heidi Bodmer aus Bubendorf das Geräusch orten. „Jetzt kommt es von rechts.“ Bodmer nennt den Oberrheinischen Museumspass ihr Eigen und zählt ohnehin zu den regelmäßigen Besuchern der zahlreichen Museen in Basel und der Region. „Aber abends hier reinschauen, das ist schon etwas Besonderes“, sagt sie.

Gut gefüllt ist auch die Museumsbar, an der die Besucher sich bei einem kühlen Getränk ganz zwanglos austauschen und den Museumsbesuch noch einmal in aller Ruhe Revue passieren lassen können.

Weitere Informationen: Das Naturhistorische Museum Basel, Augustinergasse 2, hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Noch bis zum Mai finden immer am ersten Donnerstag im Monat von 18 bis 23 Uhr die „After Hours“ statt, zu denen der Eintritt frei ist. Die nächsten Termine sind am 7. Februar, 7. März, 4. April und 2. Mai. Nähere Informationen finden Interessierte im Internet unter www.nmbs.ch.

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