Basel Rennen um freie Sitze wird spannend

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Stühlerücken im Basler Regierungsrat: Barbara Schüpbach-Guggenbühl, Kaspar Sutter, Tanja Soland, Lukas Engelberger, der Bundesrat gewordene Beat Jans, Conradin Cramer, Stephanie Eymann und Esther Keller. Foto: zVg/Ursula Sprecher & Andi Cortellini

Die Basler entscheiden am 3. März an der Wahlurne über den frei gewordenen Sitz im Regierungsrat.

Nach der Wahl von Beat Jans in den Bundesrat finden im Kanton Basel-Stadt am 3. März die Ersatzwahlen für den frei gewordenen Sitz im Regierungsrat statt. Zudem muss das Regierungspräsidium neu besetzt werden. Die Ausgangslage ist spannend.

Die Basler SP schickt den ehemaligen Nationalrat Mustafa Atici ins Rennen. Nach vier Jahren Amtszeit in der Großen Kammer wurde der 54-Jährige im Herbst 2023 abgewählt. Dies als Folge der Tatsache, dass Basel-Stadt neu einen Sitz weniger im Nationalrat zugute hat. Bei einer Wahl in die Exekutive wäre der kurdischstämmige Unternehmer der erste Basler Regierungsrat mit Migrationshintergrund.

Die Grünen nominierten den 41-jährigen Jérôme Thiriet, Großrat und Geschäftsführer der Basler Kurierzentrale. Der Entscheid für eine eigene Kandidatur der Grünen sorgte bei der Bündnispartnerin SP wie auch in einer Minderheit der eigenen Partei für Kritik. Seit 2020 sind die Grünen nicht mehr in der Regierung vertreten.

Die Linkspartei Basta, die gegenwärtig noch gemeinsam mit den Grünen eine Fraktion im Großen Rat bildet, entschied sich knapp dafür, den SP-Mann Atici zu empfehlen. Die bekannteste Basta-Vertreterin, Nationalrätin Sibel Arslan, unterstützt hingegen Thiriet.

Auch die FDP verlor 2020 ihren Sitz im Regierungsrat. Nun tritt der 37-jährige Großrat Luca Urgese zur Wahl an. Mit Unterstützung der LDP, Mitte und SVP will er nach 20 Jahren wieder eine bürgerliche Mehrheit in der Regierung erobern. Im Gegensatz zu Rot-Grün tritt das bürgerliche Lager bei diesen Wahlen geschlossen auf, denn erstmals seit 2016 spannen die Bürgerlichen wieder mit der SVP zusammen.

Die Stimmbevölkerung hat auf einem separaten Wahlzettel auch darüber zu entscheiden, wer von Beat Jans das Regierungspräsidium übernehmen kann. Atici und Thiriet kandidieren auch für dieses Amt. Die Bedingung dafür ist aber, dass sie die Wahl in die Regierung schaffen. Urgese, der als Leiter Finanzen und Steuern bei der Handelskammer beider Basel arbeitet, tritt hingegen nur für den Sitz in der Regierung an. Urgese führt den Wahlkampf zusammen mit dem seit 2017 amtierenden Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP), der neu das Präsidium übernehmen will. Bei seiner Wahl wäre dieses Amt erstmals in bürgerlicher Hand.

Die Ersatzwahlen versprechen spannend zu werden. Mit Atici, Thiriet und Urgese stehen drei Kandidaten zur Wahl, die in Basel ziemlich bekannt sind und auf breite Unterstützung zählen können. Ein zweiter Wahlgang ist somit sehr wahrscheinlich. Je nach Stimmenzahl dürften sich dann entweder Atici oder Thiriet vom Duell mit dem bürgerlichen Kandidaten Urgese zurückziehen.

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