Basel Roche steht unter Druck

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Roche hat einen Dämpfer im vergangenen Geschäftsjahr erfahren: Unter anderem sorgte die Aufwertung des Schweizer Frankens für negative Folgen. Foto: Michael Werndorff

Nachahmerprodukte und weggefallene Covid-19-Umsätze machen dem Basler Pharmakonzern weiterhin zu schaffen.

Beim Pharmakonzern Roche haben im Geschäftsjahr 2023 verschiedene Faktoren das Wachstum ausgebremst. Zusätzlich zu den weggefallenen Covid-19-Einnahmen belasteten die Umsatzerosion durch Nachahmerprodukte und der erstarkte Franken vor allem die Gewinnentwicklung. Die Aktionäre sollen trotzdem eine auf 9,60 Franken erhöhte Dividende erhalten.

Auf Konzernebene setzte Roche im vergangenen Jahr 58,7 Milliarden Franken um, ein Minus von sieben Prozent, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich dagegen ein Plus von einem Prozent. Damit fiel das Wachstum besser als vom Management erwartet aus, das zu konstanten Währungen von einem Rückgang der Umsätze im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausging. „Wir haben ein gutes Verkaufswachstum erzielt, das den starken Rückgang bei den Covid-19-Verkäufen mehr als ausgeglichen hat“, erklärte Roche-Chef Thomas Schinecker.

Roche konnte die Umsatzerosion durch den Rückgang der Covid-19-Verkäufe in Höhe von 4,3 Milliarden sowie die weggefallenen Umsätze durch Nachahmerprodukte in Höhe von 1,1 Milliarden zumindest zu konstanten Währungen mehr als kompensieren. Die Pharmasparte setzte 2023 mit 44,6 Milliarden zwei Prozent weniger um. Die Einnahmen im Diagnostik-Geschäft sanken um 20 Prozent auf 14,1 Milliarden Franken. Die Sparte leidet seit dem Ende der Corona-Pandemie unter den gesunkenen Umsätzen mit Covid-Tests. Wie Roche allerdings in der Mitteilung betont, hat sich das Basisgeschäft soweit erholt, dass es mittlerweile wieder ein Wachstum aufweist, das mit der Zeit vor der Corona-Pandemie vergleichbar ist.

Derweil hat die deutliche Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber den meisten Währungen vor allem die in Franken ausgewiesenen Ergebnisse belastet. Den Konzerngewinn beziffert Roche auf 12,4 Milliarden Franken nach 13,5 Milliarden im Vorjahr. Das operative Kernergebnis, das Analysten als Richtgröße nutzen, fiel um 13 Prozent. Die ausgewiesenen Umsatz-Zahlen liegen in etwa im Rahmen der Analystenschätzungen. Auf Ebene Kerngewinn fallen sie dagegen etwas tiefer aus.

Für das bereits angelaufene Geschäftsjahr 2024 wagt sich Roche beim Ausblick nicht zu weit aus dem Fenster. Das Management um Schinecker geht zu konstanten Wechselkursen von einem Anstieg der Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Der Kerngewinn je Titel dürfte ebenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. „In unserer Pharma- und Diagnostics-Produktpipeline haben wir gute Fortschritte erzielt. Ein aktuelles Highlight ist Inavolisib, eine orale Therapie, die in Phase-III-Studien untersucht wurde und bei Patientinnen mit fortgeschrittenem, schwer behandelbarem Brustkrebs das Risiko von Tod oder Krankheitsprogression um mehr als 50 Prozent senkte. Wir setzen alles daran, dieses Medikament den Patientinnen so bald wie möglich verfügbar zu machen“, so Schinecker.

Darüber hinaus ist die Gruppe weiter bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen. Im Verwaltungsrat kommt es zu einen Abgang. Bernard Poussot, Roche-Verwaltungsrat seit 2015, wird sich an der Generalversammlung 2024 nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

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