Von Martina Proprenter

Den Prix de Lausanne als bester Schweizer Kandidat zu erhalten, war für den Belgier Lukas Baremann im Februar eine große Ehre. Geboren in eine Tänzerfamilie fand er schon früh seine Liebe zum Tanz, ist nun im Abschlussjahr seiner Ausbildung an der Ballettschule des Theaters Basel. Nach dem Abschluss wird er das beschauliche Basel in Richtung Dresden verlassen, wo er hofft, sich einen festen Platz in der Company ertanzen zu können.

Die Freizeit kommt für den 18-Jährigen zwar manchmal zu kurz, doch den Entschluss, professioneller Balletttänzer zu werden, hat er nie bereut. Dreimal in der Woche drückt er die Schulbank, sechsmal die Woche steht er in der Ballettschule. Einzel- und Gruppenunterricht, Pas-de-deux („Paartanz“), dazu Pilates und Contemporary („zeitgenössischer Tanz“).

Ballett ist physisch anstrengend

„Viele wissen nicht, wie physisch anstrengend Ballett ist“, sagt Baremann, bevor er selbst damit angefangen hat, sei ihm das gar nicht bewusst gewesen.

Tanzluft schnupperte der Belgier schon in seiner Kindheit. Seine Mutter ist Tänzerin, ebenso vier seiner Schwestern und ein Bruder. „Eines Tages hat mich meine Mutter gefragt, ob ich es nicht ausprobieren will“, erinnert er sich. Er war neugierig und versuchte sich im Stepptanz. Nach vier Jahren wechselte er zum Jazz und schließlich zum Ballett. Ein Bekannter seiner Mutter, selbst Schüler an der Royal Ballett School in Antwerpen, erkannte sein Potential.

Lehrer waren vom Vortanzen begeistert

Beim Vortanzen überzeugte er und bewarb sich vor drei Jahren in Basel. Auch hier waren seine Lehrer gleich begeistert. „Es war eine leichte Entscheidung“, erinnert sich Amanda Bennett, Leiterin der Ballettschule des Theaters Basel.

Mit dem Prix de Lausanne kann er der Schule nun etwas zurückgeben, für das Vertrauen, das sie in ihn gesetzt haben. Zudem freut er sich, dass die harte Arbeit, die er in sein Training steckt, dadurch belohnt wurde.

Angebote von acht Tanzcompanien

Nach der Teilnahme hatte er acht Angebote von Companien und einer Schule erhalten. Schwierig sei das Vortanzen nicht gewesen, sagt er bescheiden, die Jurymitglieder hätten sich als nett erwiesen, hätten den Teilnehmern stets freundlich zugelächelt. Da die Beurteilung eine ganze Woche dauerte, sei es ihm immer leichter gefallen „hinein zu finden“. Dabei hatte er aber auch seine Mitstreiter stets im Blick. Denn, so sein Tipp: „Von diesen kann man viel lernen“.

Nachwuchstänzern rät er, stets auf seine Lehrer zu hören, lacht er, doch von anderen Tänzern könne man ebenso lernen. Etwa von Ballettlegende Mikhail Baryshnikov, sein großes Vorbild, seit er ihn das erste Mal tanzen sah. Trotz des Konkurrenzdrucks an der Schule verbringen die Schüler auch viel Freizeit miteinander. Mit zwei Mitschülern wohnt Baremann in einer Wohngemeinschaft in Basel und freut sich schon auf den Sommer. Denn dann kann er wieder im Rhein schwimmen, ein großes Hobby des Ballettschülers, bevor er sich auf den nächsten großen Schritt in seiner Karriere freut, in Dresden.