Basel Schweizer Sportmuseum geht Geld aus

Die Oberbadische, 13.09.2018 18:08 Uhr

Münchenstein (sda). Das Schweizer Sportmuseum – eines der ältesten Europas – streicht die Segel wegen Geldmangels. Sein Begehlager in Münchenstein ist zu; die Trägerstiftung wird aufgelöst. Die umfangreiche Sammlung soll an den Sportdachverband Swiss Olympic gehen.

Was mit der größten schweizerischen Sportsammlung passiert, ob und wie sie zugänglich bleibt, ist vorerst offen. Über den Fortbestand entscheide Swiss Olympic, teilte die Stiftung Sportmuseum Schweiz mit Sitz in Basel gestern mit. Das Sportmuseum ist eine private Institution.

Den verbliebenen vier Teilzeitangestellten mit zusammen 150 Stellenprozenten wurde zum Ende August gekündigt, wie Stiftungsratspräsident Paul Engelmann sagte. Sie hätten zuletzt auf Stundenlohnbasis gearbeitet; die Kündigungsfrist laufe bis Ende Oktober. Bis dann hofft er auf den Entscheid von Swiss Olympic.

Das Sportmuseum nagt seit Jahren am Hungertuch und dribbelt dem finanziellen Abgrund entlang. Das Problem ist, dass der Bund zwar einen Beitrag zahlte, sich aber nicht verantwortlich fühlt. Und die beiden Basel waren zwar wichtige Träger des Museums, halten dieses aber für eine eigentlich nationale, nicht kantonale Angelegenheit.

Laut Engelmann fiel das Sportmuseum bei Sport- wie Kulturverantwortlichen zwischen Stuhl und Bank. Schon vor Jahren habe das Schweizerische Landesmuseum abgewinkt; es wolle nicht auch noch den Sport abdecken. Ob das jetzt noch so gilt, müsse nun Swiss Olympic schauen.

Viele Objekte bekannter Sportler im Bestand

Das Sportmuseum stand schon im Jahr 1997 vor dem Aus, als Basel-Stadt die frühere Finanzierung kappte. Auf der Suche nach neuen Wegen und Geldern ist es dank Mäzenen im Jahr 2011 aus Basel in ein „Begehlager“ in Münchenstein auf das Dreispitzareal just an der Stadtgrenze umgezogen, eine Mischung aus Lager und Ausstellung. Große Werbung oder spektakuläre Shows hat es sich jedoch nicht leisten können.

Zur Sammlung gehören Kultobjekte wie etwa ein Tennisschläger von Roger Federer, Marie-Theres Nadigs Sapporo-Skihelm, Ferdi Küblers Gelbes Trikot und das Archiv des Schweizerischen Turnverbands. Das Sportmuseum arbeitete seine laufend weiter wachsenden Bestände wissenschaftlich auf, um die Geschichte und die gesellschaftliche Bedeutung des Sports zu dokumentieren.

Das Museum lockte mit einem ordentlichen Jahresbudget von zuletzt 500 000 Franken rund 2000 Besucher im Jahr an; nötige Zuschüsse bröckelten jedoch weg. Die Liquidations-Entscheidung begründet das Sportmuseum damit, dass ab dem kommenden Jahr 2019 Gelder des Bundesamts für Kultur und des Kantons Basel-Stadt wegfallen.

 
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