Es blinkt, funkelt und klingelt in den Räumen des Flipperclubs Basel – und die Geräuschkulisse ist fast ohrenbetäubend. Dafür verantwortlich sind rund 50 Spielgeräte und sieben Männer, die ihre Leidenschaft mit anderen teilen wollen. Von Saskia Scherer Basel. „Kennengelernt haben wir uns auf Turnieren“, erzählt Kassenprüfer Alain Müller im Gespräch mit unserer Zeitung. Alle haben einzeln angefangen, mit eigenen Flippern. „Das führte schnell zu Platzproblemen“, sagt Präsident Ramon Richard. Also musste ein großer Raum her, in dem mehrere Flipper Platz finden. Und so führte eins zum anderen: Im Juni 2015 gründeten die Flipperfreunde den Verein „Flipperclub Basel“. „Viel brauchte es nicht“, sagt Vizepräsident Reiner Wolf. „Vor allem Nachbarn, die das tolerieren“, schmunzelt er. Das Vereinsheim befindet sich in der Grabenackterstraße 8a in Münchenstein. Am 19. März ist Eröffnung. Automaten sind auf Freispiel eingestellt Ab dann wollen die Gründer den Raum zweimal pro Monat für Jedermann öffnen. Wer spielen möchte, muss eine Tages- oder Jahresmitgliedschaft lösen. Die Automaten sind dafür alle auf Freispiel eingestellt und jeder kann sich dann nach dem Eintritt nach Herzenslust an den Flippern austoben. „Uns geht es nicht um den Gewinn, das ist ein reines Hobby“, betont Müller. „Wir wollen diese Randgruppe wieder mehr in die Öffentlichkeit tragen“, sagt Richard. Bei einem Kennenlernabend am vergangenen Wochenende seien querbeet alle Altersklassen vertreten und schlichtweg begeistert gewesen. „Eine ältere Dame meinte, sie fühle sich gleich 30 Jahre jünger“, erzählt er und lacht. Rund 50 Flipper im Vereinsheim Die rund 50 Flipper stammen aus der Sammlung der sieben Aktivmitglieder. „Von einem Flipper aus dem Jahr 1957 bis zum allerneuesten Gerät ist alles dabei“, erzählt Schriftführer Thomas Reichenstein stolz. „Hier kann man Flippergeschichte nicht nur sehen, sondern auch spielen.“ Und das sei ausdrücklich erwünscht. Niklas Stirnimann, Chef des Clublokals, kündigt an, dass in Zukunft auch Turniere veranstaltet werden sollen. Zum einen sollen das Spaßturniere für Mitglieder sein, aber auch richtige Turniere der Flipperszene, berichtet Richard. Als frühester Termin ist Herbst angepeilt. Schließlich präsentieren die Vorsitzenden voller Stolz ihre Geräte. Jeder klingt etwas anders, bei den alten Geräten ist noch alles mechanisch, schwärmen sie. „Da ist es auch teilweise Glück, wie die Kugel fällt, man kann weniger beeinflussen“, weiß Wolf. „Ab den 80er-Jahren wurden immer mehr Spielereien und andere Effekte eingebaut“, erzählt Richard. In der Sammlung befinden sich zum Beispiel beliebte Geräte wie der Addams Family-Flipper, aber auch ein Musikflipper von AC/DC, der deren Lieder abspielen kann.

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