Basel Spuk im Schloss

Die Gäste und das Personal des alten schottischen Schlosshotels gehen einem vermeintlichen Spuk auf den Grund. Foto: Denis Bozbag

Basel - Ein ruhiges Schlosshotel im schottischen Hochland ist der Schauplatz der turbulenten Dialekt-Komödie „Wenn s Zwölfi schloot…“ –­ aktuell zu sehen im Häbse-Theater Basel.

Die Zeiten der großen Touristenströme gehören längst der Vergangenheit an. Früher kamen die Gäste, um die schöne Landschaft zu erkunden und von der Schlossterrasse einen Blick auf das von Mythen umrankte Ungeheuer von Loch Ness erhaschen zu können. Rezeptionist Joe Gispel hütet geduldig das nur noch selten schellende Telefon und Hauspianist Fidel Frenetico gibt sich dem Hochprozentigem hin, um die Stille zu ertragen, die ihn abends in der Lobby erwartet. Einzig die Schlossherrin Liz McQueen scheint der Ruhe etwas Positives abzugewinnen, fürchtet sie doch den Ärger mit der Denkmalschutz-Behörde.

Denn: Das alte Gemäuer hätte eigentlich nie in ein Hotel umgewandelt werden dürfen. Die Behörde würde der alten Dame gerne das Schloss wegnehmen, damit es für niemanden mehr zugänglich ist.

Ihr Neffe Dennis McQueen hat aber ganz andere Pläne. Er hat die Leitung des Anwesens übernommen und will wieder mehr Gäste ins Hotel locken. Dafür greift er tief in die Trickkiste. So behauptet er gegenüber dem jungen Radioredakteur Benjamin Taylor, im Schloss spukten die Geister – und von der Terrasse sei das Loch-Ness-Monster perfekt zu sehen...

Kaum gesagt, nisten sich schon die ersten skurrilen Gäste im Haus ein: Zwei Geisterjäger und ein Medium, die dem vorgetäuschten Spuk auf den Grund gehen wollen. Das Gerücht von den paranormalen Aktivitäten im Schloss ruft ebenfalls Timothy McApplebee von der Behörde auf den Plan. Nach einem alten schottischen Gesetz gelten Spukhäuser nämlich als denkmalgeschützt. Als dann neben dem von McQueen inszenierten Geistereinlagen tatsächlich unheimliche Dinge geschehen, ist es mit dem Frieden endgültig vorbei!

Dani von Wattenwyl bringt mit dieser spukhaften und witzgeballten Mundart-Komödie in zwei Akten bereits sein achtes Stück auf die Bühne des Häbse-Theaters – dies als Autor, Regisseur und in der Rolle des tollpatschigen Neffen auch als Darsteller. Der rasante Schlagabtausch zwischen bissig geschriebenen Pointen und perfekt getimten Knalleffekten aus der Kulisse ließen den Lachmuskeln der Zuschauer während der Vorstellung am Samstagabend keinerlei Verschnaufpause. Das hervorragend geschriebene Drehbuch und das überzeugende Zusammenspiel des Ensembles schufen eine explosive Mischung, die sofort den ausverkauften Saal ergriff.

Die mit mehr als 30 Jahren Bühnenpräsenz am Häbse-Theater als „Grande Dame“ titulierte Hedy Kaufmann überzeugte als souverän handelnde Schlossherrin, die trotz aller Turbulenzen einen kühlen Kopf behält. Dem Redaktionsleiter der News-Sendung auf Telebasel, Adrian Plachesi, gelang es zudem in seiner wie auf den Leib geschriebenen Rolle als sensationsgieriger Reporter seinen Berufszweig zu karikieren. Das Bühnenbild der schottischen Hotellobby war liebevoll bis ins Detail gestaltet. „Wenn s Zwölfi schloot“ ist ein kleines komödiantisches Meisterwerk!

Bis 12. Mai, Häbse Theater Basel, Klingentalstraße 79, Mo. - Sa. 20 Uhr, So. 17 Uhr

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