Basel Wenn Kunst Millionen kostet

 Foto: zVg/Art Basel

Basel - Der Kunstmarkt ist vor allem im obersten Segment am Brummen. Entsprechend befindet sich im Angebot der großen Galerien an der Art Basel viel Kunst aus dem gehobenen Mainstream-Sektor.

Beim weltumspannenden Galerie-Riesen Gagosian herrschte bereits wenige Minuten nach Türöffnung für die privilegierten First Choice-Gäste am Dienstag ein ziemliches Gedränge. Blickfang im Angebot ist ein 3,60 Meter hohes lilafarbenes Verpackungsherz von Jeff Koons („Sacred Heart“). Nachdem eines seiner Werke an einer Auktion im Mai mit mehr als 90 Millionen Dollar den Preisrekord für einen noch lebenden Künstler brach, scheint die Neugierde des Art-Publikums besonders groß zu sein.

Sichere Marktwerte

Es ist bei weitem nicht die einzige schillernde Position im Angebot von Gagosian. Umrahmt wird das Koons-Herz von großformatigen Blue Chips von Jean-Michel Basquiat, Andy Warhol und Roy Lichtenstein – sichere Marktwerte, die ebenfalls für Höchstpreise garantieren.

Beim Gedränge ist es aber unmöglich, einen Galeriemitarbeiter nach dem Preis der Werke zu fragen. Das funktioniert ein paar Stände weiter, bei Van der Weghe. Die New Yorker Galerie hat neben Picasso, Lichtenstein und Keith Haring ebenfalls Basquiat im Angebot. Das Gemälde „Onion Gum“ von 1983 kostet 16,5 Millionen Dollar. Noch einiges teurer dürfte jenes von Mark Rothko sein, das die benachbarte Galerie Helly Nahmad, ebenfalls aus New York, anbietet.

Ein erster Rundgang durch den Hauptsektor der Art Basel bestätigt, was im „Art Market Report 2019“ der Art und UBS vermerkt wird: Der Markt im obersten Segment brummt. Entsprechend haben viele der großen Galerien aus New York, London und Berlin ihr Tafelsilber aufgehängt. Bei Landau Fine Arts, Montreal/Meggen, wähnt man sich in einem ausgewählten Museum der Klassischen Moderne: Picassos hängen neben kapitalen Werken von Marc Chagall, Alberto Giacometti, Fernand Léger und Paul Klee, der gleich eine ganze Wand füllt.

Es geht auch günstiger

Die Galerien scheinen sich auch das aktuelle Ausstellungsprogramm der Basler Museen genau angeschaut zu haben. Lévy Gorvy, New York, und Sadie Coles HQ, London, haben zum Beispiel Werke von Rudolf Stingel im Angebot, dem die Fondation Beyeler aktuell eine große Ausstellung widmet. Die Wiener Galerie St. Stephan verkauft Kompositionen von Helmut Federle, der das Kunstmuseum Basel in einer Sonderausstellung zeigt. Bei Marian Goodman, New York, wiederum trifft man auf großformatige Zeichnungen von William Kentridge, dessen vielfältiges Werk im Moment das ganze Haus für Gegenwart des Kunstmuseums Basel füllt. Zwei panoramartige Kohlezeichnungen des 64-jährigen Südafrikaners sind für je 400 000 Dollar zu haben.

Es geht aber auch günstiger: Die Basler Galerie Knoell zeigt bei ihrem ersten Auftritt an der Art anlässlich des 100. Geburtstags des Bauhauses eine Soloschau mit Werken des Schweizer Künstlers Max Bill. Die Preise seiner Gemälde der Konkreten Kunst liegen im unteren fünfstelligen Bereich.

40 Millionenverkäufe

An der Art Basel wurden bereits am ersten Tag gegen 40 Millionenverkäufe getätigt. Auf der Liste der Top-Verkäufe befinden sich auch zwei Schweizer Galerien. Der höchste veröffentlichte Preis erzielte die New Yorker David Zwirner Gallery mit einem Frühwerk von Gerhard Richter: Das schwarzweiße fotorealistische Gemälde „Versammlung“ von 1966 wurde für 20 Millionen Dollar verkauft. Die Galerie vermeldete noch sechs weitere Millionenverkäufe, unter anderem mit Gemälden von Sigmar Polke, Neo Rauch und Kerry James Marshall.

Marshall, der US-amerikanische Chronist des afroamerikanischen Lebens, scheint gegenwärtig hoch im Kurs zu stehen. Auch die Jack Shainman Gallery, New York, verkaufte zwei seiner Porträt-Bilder für 1,3 und 3,5 Millionen Dollar.

Begehrt sind laut Messemacher nach wie vor Gemälde des teilweise in Basel lebenden und arbeitenden deutschen Malers Georg Baselitz. Die Londoner Galerie Thaddäus Ropac verkaufte gleich drei seiner Spätwerke für über eine Million. Auch die White Cube Gallery, London konnte ein Baselitz-Gemälde („Nachtessen in Dresden“) für zweieinhalb Millionen Euro absetzen.

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