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Basel Wie sieht der regionale Bahnverkehr der Zukunft aus?

Uwe Thomes
Ziel ist auch, dass mehr Züge auf der Wiesentalbahn-Strecke gibt. Foto: Michael Werndorff

Ein großes Thema beim Agglo-Forum im Basler Volkshaus war die Trinationale S-Bahn Basel. Ist sie ein wichtiger Pfeiler der resilienten Agglo? Antworten und weitere Einschätzungen lieferten einige Experten.

Die sieben Äste der trinationalen S-Bahn verbinden Südbaden, Mulhouse und die Nordwestschweiz regelmäßig und rasch mit Basel. Stand heute wohnen 881 000 Personen in der Region bei 509 000 Arbeitsplätzen. Bis zum Jahr 2040 dürfte die Einwohnerzahl laut Hochrechnung auf 1 019 000 und die Zahl der Arbeitsplätze auf 598 000 steigen.

100 000 Grenzgänger strömen täglich nach Basel. Das Straßennetz ist regelmäßig überlastet, da 50 Prozent davon dies im motorisierten Individualverkehr tun. Die aktuellen Kapazitäten des öffentlichen Verkehrs sind allerdings auch an ihrer Grenze, der Bahnhof SBB in Basel sogar bereits überlastet. „Es gibt zu wenige Direktverbindungen und die Taktdichte ist ungenügend“, erklärte Emanuel Barth, Leiter von trireno, dem Dachverband von sechs Aufgabenträgern in der französischen La Région Grand Est, in Baden-Württemberg und den vier Nordwest-Schweizer Kantonen.

Ein dichterer Fahrplan

In den kommenden Jahren soll die Effizienz des Bahnverkehrs im Einklang mit der Raumentwicklung deshalb mit einem dichteren Fahrplan mit mehr Zügen gezielt ausgebaut werden. Fahrgäste sollen dann viele Ziele in der gesamten Agglomeration mit besseren Anschlüssen und vermehrt ohne Umsteigen erreichen können. Die Herausforderungen sind qualitativ wie quantitativ vielfältig, die Lösung liegt laut Barth in der Entflechtung von S-Bahn und Güter-/Fernverkehr sowie einem Ausbau des S-Bahnnetzes. Die Angebotsentwicklung zum Zielzustand beinhaltet auch den Bau neuer Haltestellen in Abstimmung mit der Siedlungsstruktur.

Anforderungen der Zukunft

Marco Galli, Koordinator des Projekts Bahnknoten beim Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt, wies auf Basel als dynamischen Wirtschaftsraum von internationaler Bedeutung hin, der, um den Anforderungen der Zukunft gerecht werden zu können, einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehrmittel entsprechender Infrastruktur sicherstellen muss. Das Projekt Bahnknoten sieht dafür das unterirdische S-Bahn-System unter dem Namen „Herzstück“ vor. Im Zielzustand soll es aus sieben Durchmesserlinien und zwei Ergänzungslinien mit niedriger Taktfrequenz bestehen (wir berichteten mehrfach).

Die Experten diskutierten. Foto: Uwe Thomes

„Durch eine Verknüpfung mit dem Tram- und Busnetz, welches allerdings ebenfalls begrenzt ausgebaut werden müsste, ergibt sich eine bessere Vernetzung und Erschließung der Entwicklungsschwerpunkte“, so Galli. Dadurch verspreche man sich einen wertvollen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele und erfülle zudem die Bundesvorgaben aus Bern für Raumplanung und Perspektive Bahn 2050.

Südbaden ist betroffen

Betroffen von den Ausbauschritten zwischen 2025 und 2040 sind unter anderem auch der Ausbau und die Elektrifizierung der Hochrheinbahn sowie eine Kapazitätserweiterung der Garten- und Wiesentalbahn auf deutschem Boden. Knackpunkt, so Galli, wird 2026 der Bau des Tiefbahnhofs SBB sein, für den Bern aber bereits grünes Licht signalisiert hat.

Im abschließenden Faktencheck standen in einer Expertenrunde noch Sebastian Deininger von der Handelskammer beider Basel, Ulrich Hoehler, Erster Landesbeamter des Landkreises Lörrach, sowie Kantonsplaner Martin Sandtner den Fragen der beiden Kommentatoren sowie aus dem Publikum zur Verfügung. „Es gibt keinen Plan B als Alternative zum Ausbau des S-Bahn-Netzes“, erklärte Sandtner. Uneinigkeit unter den trinationalen Trägern wäre die größte Gefahr für das Projekt, so Galli, aber Barth und Hoehler betonen, dass man sich nicht nur in den Zielvorstellungen sehr einig, sondern eine kompetente und effiziente trinationale Zusammenarbeit gegeben sei.

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