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Basel Young Stage Circus passt in keine Schublade

Rolf Rombach
Gelungene Premiere der Live-Show des Young Stage Festivals. Weitere Aufführungen gibt es bis 6. Mai zu sehen. Foto: Rolf Rombach

Noch bis Montag ist Basel die Zirkushauptstadt Europas, wie Moderator Max Loong bei der Premiere der Live-Show des Young Stage Festivals betonte.

. Zufrieden zeigten sich Artisten und Verantwortliche am Donnerstag bei der Premiere der Live-Show des Young Stage Festivals in der Event-Halle der Messe Basel. Nach der Eingewöhnung am Donnerstag und Freitag treten ab Samstag, 4. Mai, die 26 Artisten aus vier Kontinenten vor der Fachjury auf, die am Montag zum Abschluss die begehrten Preise vergeben wird. Neben Engagements in verschiedenen Einrichtungen in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Italien gibt es auch die drei Hauptpreise in Gold, Silber und Bronze, verbunden mit einem Preisgeld zwischen 2000 und 5000 Schweizer Franken.

Mehr nachdenkliche Töne

Gewohnt leger und mit Leidenschaft präsentierte Moderator Max Loong die diesjährigen Teilnehmer. Ebenfalls schon traditionell ist die fünfköpfige „Zirkus-Band“ Al Jawala, die auch dieses Mal wieder mit am Start war. Binnen weniger als einer Woche wurde die Auftaktnummer einstudiert, bei der alle Teilnehmer, begleitet von dramatischer Geigen- und Klaviermusik ihren gemeinsamen Auftakt hatten. Dramatik und Melancholie bestimmen in diesem Jahr das Programm. Dennoch kommen auch immer wieder komische Momente vor. Was alle Künstler gemeinsam haben: Ihre Bewerbung stach mit eigenem Stil aus hunderten Bewerbungen hervor. In ihrer Ansprache an sie betonte Festival-Direktorin Nadja Berger, dass sich Zirkus nicht in Schubladen stecken ließe und riet: „Findet euren eigenen Stil.“

Diese Vielfalt zeigt sich in den 13 Darbietungen. Schon direkt der Auftakt der Polin Emilia Dawiec ist unüblich aufgehangen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Ihr Zopfhang – besser bekannt als Hair Hanging – startet in der Luft. Doch lange Zeit sieht man das Gesicht der Künstlerin nicht, denn der Kopf ist von einer Disko-Kugel umhüllt. Damit schwebt sie schier über die Bühne und flirtet nebenbei mit Gesten mit dem Publikum.

Von der Zirkusschule aus Rio de Janeiro kommt das Duo Mateus und Lucas. Spielerisch leicht sieht ihre Jonglage mit Kegeln aus. Gleiches gilt für den Schlussakt aus der Ukraine: Das Tio Inshi. Zur Musik von Camille Saint-Saens jonglieren sie mit einer gewissen Komik Bälle und Ringe, was in einer großen Unordnung endet.

Persönliche Einblicke

Die Erwartungen an die aus Badenweiler stammende Fenja Barteldres wurden ebenfalls erfüllt, überraschte sie gleich mehrfach mit neuen Elementen in ihrer Darbietung mit dem Cyr-Wheel. Entsprechend laut wurde der Zwischenapplaus. Sehr bedächtig bis düster ist hingegen die Performance von Storm Hovan aus den USA am hängenden Seil. Im Gespräch mit Max Loong erfuhr das Publikum, dass Hovan selbst lange mit psychischen Problemen kämpfte und deshalb mit diesem Akt zeigen möchte, dass es auch aufwärts gehen kann. Eigentlich war die Bewerbung mit einem Trapez-Auftritt geplant, doch die Festivalmacher wünschten sich nach einer Video-Sichtung gezielt diesen Beitrag, der entsprechend mit viel Applaus gewürdigt wurde.

Neu interpretierte Klassiker

Ob Hula-Hoop mit acht rollenden Ringen oder um Gesäß und Haarzopf gedreht. So simpel wirkende Gegenstände erfahren bei Young Stage eine nicht so häufig zu sehende Anwendung. Bei all diesen traditionellen Gegenständen darf ein Diabolo-Artist wie der Russe Aleksei Teslin ebenfalls nicht fehlen wie ein lustiges Partner-Akrobatik-Duo in Form von Lucas und Natalia. Noch bis Montag ist Basel somit „Zirkushauptstadt Europas“, wie Moderator Max Loong betonte.

Showtermine: Samstag, 4. Mai, 19.30 Uhr; Sonntag, 5. Mai, 11 Uhr und 18 Uhr (beides Spezialangebot für Familien); Montag, 6. Mai, 19.30 Uhr, mit Preisverleihung. Tickets gibt es auch in der Geschäftsstelle Lörrach unserer Zeitung. Weitere Infos unter www.young-stage.com

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