Basel Zirkus-Momente unter freiem Himmel

Rolf Rombach
 Foto: Fotos: Rolf Rombach

Nach langer Pause konnte der Freiluft-Teil des Circus Festivals Young Stage am Wochenende wieder auf dem Kasernenareal und dem Barfüßerplatz stattfinden. Insgesamt 30 Darbietungen fanden am Samstag und Sonntag an den beiden Orten statt. Zudem lockte ein Zirkusparcours vor der Kaserne den Nachwuchs zum Experimentieren mit verschiedenen artistischen Elementen.

Von Rolf Rombach

Basel. Trotz des heißen Wetters waren alle Sitzgelegenheiten am Samstag vergriffen. Über fünf Stunden präsentierten unzählige Künstler ihr Programm. Nur durch kurze Umbaupausen unterbrochen zündeten sie ein abwechslungsreiches Feuerwerk. Auf dem Kasernenareal begann das Schweizer Duo „E1NZ“ mit seinem Programm „Le Bistro“ den Nachmittag. Mit viel Situationskomik garniert, präsentierten sie ihre besondere Mischung aus Theater und Artistik. Klassische Elemente wie das Diabolo, Jonglieren mit Flaschen, die auf einem Tisch stehen, welcher immer schräger wird, Balancieren über Sektflaschen oder am Seil hängend – die Abwechslung dieses Programmpunkts stand sinnbildlich für das ganze Festival.

Viel Partnerakrobatik

Das finnische Duo „Lotta und Stina“ arbeitet seit mehr als 20 Jahren zusammen auf dem Rola-Bola, bei dem ein Brett, auf einen Zylinder gelegt, den Gleichgewichtssinn herausfordert. Während ihrer Darbietung entledigten sich die beiden Damen mit viel Witz ihrer 50er-Jahre Kleidung und balancierten immer wieder aufeinander – natürlich auf dem Rola-Bola stehend.

Die trinationale „Company Satchok“ geht hier noch etwas höher. Mit einem fünf Meter hohen Dreibeingestell, das einerseits für die Strapaten bereitsteht, aber auch selbst als Klettergerät verwendet wird und viel Partnerakrobatik, begeisterte das Trio die Zuschauer. „Die Hitze ist weniger das Problem. Eher blendet die Sonne beim Fangen“, erläuterte Marius Pohlmann die Herausforderungen auf dem Kasernenareal. Seit sechs Jahren ist er mit der Französin Galatée Auzanneau und dem Niederländer Camiel Corneille in der Formation. Nach der Corona-Pause sei das Festival auch eine Gelegenheit, alte Bekannte wiederzusehen. „Mit einigen Künstlern waren wir in derselben Zirkusklasse, andere sind bei derselben Agentur“, erläutert er.

Neu im Geschäft

Ganz neu im Geschäft sind hingegen acht ukrainische Artisten, die zu Jahresanfang noch in der Zirkus-Akademie Kyiv studiert haben. Ihre 30-minütige Darbietung verzichtete verständlicher Weise auf Klamauk, war aber trotz der leicht melancholischen Musik sehr unterhaltsam und kurzweilig. Von Artistik auf einem Drehstuhl bis zum Vertikaltuch waren alle Ebenen der Bühne eingenommen.

Die erst 17- bis 20-jährigen Artisten präsentierten sich trotz der verschiedenen Elemente als Einheit. Da kam Gänsehaut auf, als zum Abschluss der ukrainische ESC-Siegertitel „Stefania“ des Kalusch Orchestra eingespielt wurde.

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