Basel Zuerst aufräumen, dann planen

Die Oberbadische, 16.11.2017 17:50 Uhr

Basel. Im Norden Basels soll im Rahmen des Planungsverfahrens „Klybeckplus“ auf einem Chemieareal ein neuer Stadtteil entstehen (wir berichteten mehrfach). Die Organisation „Ärztinnen und Ärzte für den Umweltschutz“ (AefU) schreibt in einer jüngst verschickten Mitteilung, sie sei beunruhigt, „mit welcher Nonchalance die Chemie- und Pharmakonzerne BASF und Novartis sowie die kantonalen Behörden die Planung des Areals vorantreiben.“ Firmeninterne Dokumente würden eine Verschmutzung mit problematischen Chemikalien nahelegen. Die AefU fordert, das Ausmaß der Belastung offenzulegen und einen umfassenden Sanierungsplan in die öffentliche Anhörung zu geben, bevor weiter geplant wird.

Auf dem neuen Areal sollen laut AefU in den kommenden Jahren auf rund 300 000 Quadratmetern zwischen dem Rhein und dem Fluss Wiese Wohnungen für 20 000 Menschen und 30 000 Arbeitsplätze entstehen.

Eine geringe Rolle spielte laut AefU bisher die chemische Verschmutzung des Areals, „wo Menschen später wohnen, spielen, arbeiten und ausgehen werden.“ Diese Verschmutzung aber, respektive die Qualität ihrer Sanierung werde über die möglichen Nutzungsformen entscheiden. So könnten sich laut Mitteilung „die – berechtigten – Zukunftswünsche der Bevölkerung als völlig utopisch erweisen, etwa jener, im Areal einen See oder einen Bootshafen mit Verbindung zum Rhein auszuheben. Solche Wasserideen sind nur bei chemiefreiem Untergrund denkbar.“

Weiter moniert AefU, dass laut der Homepage klybeckplus.ch das „gesamte Klybeckareal (…) durch die Grundeigentümerinnen BASF und Novartis sehr umfassend auf Altablagerungen untersucht“ worden sei. Die Umweltschutzorganisation fordert, dass die Ergebnisse der etwa 600 Bohrungen und die Analysemethoden veröffentlicht werden.

Zusammenfassend drängt die AefU darauf, dass „zuerst aufgeräumt, dann geplant“ werde. BASF, Novartis und der Kanton Basel-Stadt sollen alle Analyseergebnisse aus den 600 Bohrungen auf dem Klybeckareal sowie weiterer Bodenuntersuchungen inklusive der angewandten Analysemethoden öffentlich machen. Außerdem sollen die Erkenntnisse über die Kontamination der Gebäude offengelegt werden. Zudem sollen die Chemiefirmen den Boden bis auf den Fels abgraben und sachgerecht entsorgen, wie es Novartis weitgehend auf dem eigenen Campus-Areal getan habe.