Binzen Dorffest fällt dieses Jahr aus

Wegen des bevorstehenden Umbaus des ehemaligen Ökonomietrakts im Binzener Rathauskomplex wird dieses Jahr auf das Dorffest verzichtet. Bürgermeister Andreas Schneucker und Festchef Gerd Bieber teilten gestern diesen einhelligen Beschluss der Teilnehmergemeinschaft offiziell mit. Foto: Walter Bronner

Binzen - Das seit 1976 ununterbrochen jeweils Ende Mai, Anfang Juni gefeierte Binzener Dorffest rund ums Rathaus fällt dieses Jahr aus. Das gaben gestern Bürgermeister Andreas Schneucker und „Festchef“ Gerd Bieber bekannt.

Der Grund: Demnächst verwandelt sich der Rathaushof in eine größere Baustelle und kann deshalb nicht mehr als Festterrain genutzt werden. Frauenchor, Gesangverein, Musikverein, Skiclub sowie Turn- und Sportverein (TuS) können deswegen ihre Zelte und Lauben nicht mehr am angestammten Platz aufbauen und einrichten. Die anderen Dorffestbeteiligten – Budo-Club, Chor Unikate, Feuerwehr, Mühligeister- und Strauchöpf-Clique sowie TuS-Jugend-Förderverein – wären zwar von dieser Einschränkung unberührt, zeigten sich aber solidarisch mit den Betroffenen.

Außerdem, so Bieber, „wären dann ja nur noch die Hälfte dabei, und halbe Sachen machen wir nicht in Binzen“. Der Verzicht auf die beliebte Traditionsveranstaltung um die Pfingstzeit herum sei zwar einigen Beteiligten nicht leicht gefallen, gab der seit gut zwei Jahrzehnten Hauptverantwortliche des Festgeschehens zu verstehen, aber bei der Teilnehmerversammlung kürzlich sei die Fest-Absage dennoch einstimmig beschlossen worden.

Nicht zuletzt habe die vergebliche Suche nach Ausweichterminen oder Alternativplätzen den Ausschlag zum Verzicht gegeben. Denn – so die vorherrschende Meinung – ein Dorffest gehöre nun mal ins Ortszentrum und nicht irgendwo an die Peripherie. Und es gab auch Stimmen aus der Vereinsszene, die es ausdrücklich guthießen, dass das Fest einmal nicht stattfindet. Schließlich sind Durchführung plus Auf- und Abbau immer mit enormem Zeit-, Arbeits- und Personalaufwand verbunden, was die ehrenamtlich tätigen Mitstreiter auch schon mal an ihre Belastungsgrenzen führt.

Zumal es in Binzen dieses Jahr neben den regulären Festen sonst auch noch viel zu feiern gibt. Da ist der Musikverein, der mit etlichen Anlässen sein 150-Jahre-Jubiläum begehen wird. Ebenso der TuS, der in der zweiten Jahreshälfte seine neue Sportanlage einweihen kann. Bis zum Jahresende dürfte auch das kommunale Millionenprojekt „Umbau des Rathausareals“ unter Dach und Fach und ein Anlass zum Feiern sein, schätzt Bürgermeister Andreas Schneucker.

Der damit verbundene Umbau der früheren großen Gemeindescheune, in deren Giebelgebälk übrigens immer noch die eiserne Zange des Heuaufzugs aus der Vorkriegszeit hängt, beschert den Vereinen dann ein optimiertes Angebot an Probe- und Veranstaltungsräumen. Das komme letztlich auch der Dorffestgemeinschaft zugute, gibt der Rathauschef zu verstehen. Zumindest werde deren Fest-Infrastruktur verbessert und damit auch die Arbeit erleichtert.

Von den 44 bisherigen Binzener Dorffesten musste schon einmal eines beinahe storniert werden. Das war 1978, als der Festtermin just zusammenfiel mit einer Hochwasserkatastrophe, die das Dorf heimsuchte. Damals konnte das Fest mit einigen Wochen Verspätung aber doch noch gefeiert werden.

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